Bischof Dr. Dzyurakh feierte Göttliche Liturgie am Palmsonntag in München

30. März 2026

Am 29. März 2026, am Palmsonntag hat der Apostolische Exarch Bischof Dr. Bohdan Dzyurakh die Pontificale Göttliche Liturgie in der Kathedralkirche Maria Schutz in München gefeiert.

Bischof Dr. Dzyurakh feierte Göttliche Liturgie am Palmsonntag in München

Der Gottesdienst versammelte die Gläubigen der Dompfarrei, die gemeinsam mit Bischof Dr. Dzyurakh in die Karwoche eintraten – in die Zeit der tiefsten geistlichen Sammlung vor der Auferstehung Christi. In seiner Predigt meditierte der Bischof über den Evangeliumsbericht von der Salbung Jesu durch Maria von Bethanien sowie über das Geheimnis des Königreiches dessen, der nicht auf einem Streitross, sondern auf einem Esel in Jerusalem einzieht.

Liebe – keine Kalkulation

Bischof Dr. Dzyurakh verweilte beim Zeichen Marias, die über die Füße Jesu ein ganzes Gefäß kostbaren Nardenöls ausgoss – im Wert von etwa dreihundert Denaren, dem Jahreslohn eines einfachen Landarbeiters. Der Bischof erläuterte, dass diese Opfergabe aus der Sicht gewöhnlicher menschlicher Logik unbegreiflich ist – und gerade deshalb so beredt.

„Wenn wir Almosen geben sollen, beginnen wir zu denken, zu kalkulieren. Denn wir lassen uns vom Verstand leiten, nicht vom Herzen. Maria hat ein anderes Gesetz – jenes Gesetz, das in ihr Herz eingeschrieben ist: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen.“

Um diese evangeliumsgemäße Logik zu veranschaulichen, erzählte Bischof Dr. Dzyurakh von einer Ukrainerin aus Wolhynien, der er am Hauptbahnhof in Rom begegnet war: Eine Frau, die jahrelang in Italien alte Menschen pflegte, ihren gesamten Verdienst für den Kirchenbau und für Bedürftige hergab und heute in größter Einfachheit lebt – und dabei voller Freude Christus verkündet. Als der Bischof ihr eine Spende geben wollte, lehnte sie ab: „Das Gute muss man aus dem Schweiß der eigenen Stirn tun.“

Ein König, der dient statt zu unterdrücken

In seiner Betrachtung über das Paradox des Königtums Christi zog Bischof Dr. Dzyurakh eine eindringliche Parallele zwischen dem Guten Hirten, der sein Leben für seine Schafe hingibt, und jenen, die das Volk nur „scheren“ und es beim ersten Anzeichen von Gefahr sich selbst überlassen.

„Jesus kommt, um einen anderen Weg der Erneuerung der Gesellschaft zu zeigen – durch die Erneuerung und Umwandlung des menschlichen Herzens. Die Welt wird regiert und erneuert durch die Liebe – opferbereit, selbstlos und treu.“

Helden der göttlichen Liebe

Zu einem besonders bewegenden Moment der Predigt wurde die Erzählung von einem jungen Ukrainer, dem Bischof Dr. Dzyurakh im Frühjahr 2022 in der Patriarchalkathedrale in Kiew begegnet war – kurz nach Beginn des umfassenden Angriffskrieges. Der junge Mann bat um den bischöflichen Segen vor seiner Abreise an die Front und gestand seine Furcht, fügte aber hinzu: „Ich kann nicht anders.“ Der Bischof bekannte, dass er seither täglich für ihn betet.

„Sie sind keine Supermenschen, aber sie sind Helden. Helden der göttlichen Liebe. Sie empfinden Angst, so wie Jesus Angst vor dem Tod empfand – aber sie konnten nicht anders. Denn sie liebten ihr Volk so sehr.“

Am Ende seiner Predigt wandte sich Bischof Dr. Dzyurakh an die Gläubigen mit dem Aufruf, sich angesichts der eigenen Schwäche nicht zu entmutigen – sondern dem Apostel Petrus nachzueifern, der nach seinem Verrat in die ausgebreiteten Arme des barmherzigen Jesus eilte. Nur so, versicherte der Bischof, kann man in Freiheit und Freude die leuchtende Auferstehung Christi feiern und ihr Zeuge in der Welt sein.

Im Anschluss an die Liturgie wurden neue Priestergewänder geweiht; die Kinder nahmen im Pfarrheim an einem Workshop zur Gestaltung von Ostereiern im ukrainischen Stil (Pysanky) teil.