Geschichte
Bereits im ersten Jahrtausend fasste das Christentum auf dem Gebiet der heutigen Ukraine Fuß. Während die Legende vom Apostel Andreas, der die Hügel Kyjiws segnete, die frühe apostolische Tradition symbolisiert, zeugen die Martyrien der römischen Päpste Klemens I. (1. Jh.) und Martin I. (7. Jh.) auf der Krim von historischen Banden zum Stuhl Petri. Auch in Kyjiw selbst blühte der Glaube: Es gibt Zeugnisse die von der Taufe des legendären Kyjiwer Fürsten Askold (9. Jh.) erzählen; auch die heilige Fürstin Olha (10. Jh.) empfing die Taufe und bat zudem König Otto I. um Missionare, was zur Entsendung des Bischofs Adalbert von Trier führte und die frühen Kontakte sowohl zu Byzanz als auch zum lateinischen Westen belegt.
Die eigentliche Christianisierung des Volkes auf dem Gebiet der heutigen Ukraine begann 988 durch den heiligen Fürsten Wolodymyr, der das Christentum im byzantinischen Ritus einführte. Die Kirche von Kyjiw war lange Teil des Patriarchats von Konstantinopel und blieb bis zur Kirchenspaltung 1054 in Gemeinschaft mit Rom. Auch danach strebte sie aktiv nach kirchlicher Einheit, unter anderem durch die Teilnahme an westlichen Konzilien und durch Mitwirkung an der Union von Ferrara/Florenz (1439).
Einen neuen Abschnitt in ihrer jahrhundertealten Geschichte markiert das Jahr 1596, als auf dem Konzil von Brest (heute Belarus) die Wiederherstellung der vollen Einheit mit dem Römischen Stuhl verkündet wurde. Dieses Ereignis ging als „Brest-Litauer Union“ in die Geschichte ein. Gemäß den Bestimmungen der Brest-Litauer Union unterstellte sich die Kirche dem Papst und akzeptierte die katholischen Dogmen, dafür blieben die Gottesdienste, Riten und die kirchliche Organisation unverändert.
Infolge der drei Teilungen Polen-Litauens wurde auch die Kyjiwer Metropolie der Griechisch-Katholischen Kirche geteilt: In den Gebieten, die an das Russische Reich fielen, wurde die Union 1838 aufgehoben. Die Österreichische Monarchie hingegen förderte die Unionsprozesse, da die UGKK eine wichtige Rolle bei der Konsolidierung der ukrainischen Gesellschaft und der Entwicklung des kulturellen und Bildungslebens spielte.
Eine führende Persönlichkeit der griechisch-katholischen Bewegung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der Lwiwer Metropolit Andrej Scheptyzkyj. Mit der Errichtung der sowjetischen Herrschaft in den westukrainischen Gebieten wurde die UGKK offiziell aufgelöst, bestand aber im Untergrund weiter. Erst im Jahr 1989, während der Perestroika unter Michail Gorbatschow und kurz vor dem Zerfall der Sowjetunion, trat die Kirche wieder aus dem Untergrund hervor.
Einen ausführlicheren Überblick über die Geschichte der UGKK bietet der folgende Vortrag von Prof. Dr. Oleh Turii:
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Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts
Zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der UGKK gehören Metropolit Andrej Scheptyzkyj (1865–1944), Patriarch Josyf Kardinal Slipyj (1892–1984) und Großerzbischof Ljubomyr Kardinal Husar (1933–2017).
Die UGKK im 21. Jahrhundert
Am 27. Juni 2001, während seines apostolischen Besuchs in der Ukraine, sprach Papst Johannes Paul II. 28 Personen selig – griechisch-katholische Bischöfe, Priester, Mönche, Nonnen und einen Laien. Die meisten von ihnen haben während der kommunistischen und nationalsozialistischen Verfolgungen für ihren Glauben das Martyrium erlitten.
Weitere bedeutende Ereignisse unserer Zeit waren die Synode der Bischöfe der UGKK im Jahr 2002, bei der einmütig der Kurs hin zur Errichtung eines Patriarchats bestätigt wurde, sowie die Synode im Jahr 2004, bei der die Entscheidung getroffen wurde, den Sitz des Oberhauptes der UGKK nach Kyjiw zurückzuverlegen. Die Hauptkirche der UGKK ist die Patriarchalkathedrale der Auferstehung Christi in Kyjiw. Nach den Worten Seiner Seligkeit Sviatoslav Shevchuk geht die Kirche heute Schritt für Schritt auf die vollständige Errichtung eines Patriarchats zu.


