Online-Vortrag zur Theologie der Karwoche im Apostolischen Exarchat

1. April 2026

Am 31. März 2026 fand im Rahmen eines gemeinsamen Projekts der Liturgischen Kommission des Apostolischen Exarchats und des Liturgischen Zentrums „Peredannia" ein Online-Vortrag zum Thema „Die Theologie der Karwoche" statt. Referent war Taras Tymo, Patrologe, Übersetzer liturgischer Texte und langjähriger Dozent der Ukrainischen Katholischen Universität.

Online-Vortrag zur Theologie der Karwoche im Apostolischen Exarchat

Die Veranstaltung wurde unter der Leitung von Hieromönch Luka Mykhailovytch organisiert und ist die erste in einer neuen Reihe von Formations-Online-Begegnungen. Als Teilnehmer waren Kirchensänger, Kantoren sowie alle eingeladen, die im liturgischen Dienst der Pfarreien in Deutschland und Skandinavien tätig sind oder sich dafür interessieren.

In seinem Vortrag entfaltete Taras Tymo den tiefen geistlichen und theologischen Gehalt der Gottesdienste der Karwoche — vom Lazarussamstag und dem Einzug des Herrn in Jerusalem über den Gründonnerstag und Karfreitag bis zum Karsamstag. Besondere Aufmerksamkeit widmete der Referent den liturgischen Texten, der patristischen Überlieferung sowie der inneren Einheit zwischen dem Leiden Christi und dem Sieg der Auferstehung.


Ein besonderer Akzent wurde darauf gelegt, dass die Gottesdienste der Karwoche in der byzantinischen Tradition trotz der tiefen Erfahrung des Leidens Christi keine Gottesdienste der Hoffnungslosigkeit oder der Trauer sind, sondern die Gläubigen zum Geheimnis des Sieges des Lebens über den Tod führen. Das Kreuz Christi erscheint in dieser Tradition nicht nur als Zeichen des Leidens, sondern vor allem als Zeichen des Sieges, des Lebens und der Erlösung.

Im Anschluss an den Vortrag hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, Fragen zu stellen und einzelne Aspekte der Gestaltung der Karwochengottesdienste, ihrer historischen Entwicklung und der heutigen Pfarrpraxis zu besprechen. Im Gespräch wurde auch die Bedeutung der liturgischen Formation von Sängern, Kantoren und Geistlichen hervorgehoben — damit die Gottesdienste nicht nur korrekt vollzogen, sondern als Gebet der gesamten kirchlichen Gemeinschaft tief erlebt werden.


Diese Initiative setzt die liturgisch-musikalischen Workshops fort, die seit Juni 2024 in Bamberg, München, Hamburg und Stockholm stattgefunden haben. Das Projekt wird künftig auch im Format regelmäßiger monatlicher Formations-Online-Begegnungen sowie regionaler Sängertreffen in den Jahren 2026–2027 weitergeführt.

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