Online-Exerzitien für Katechetinnen und Katecheten des Apostolischen Exarchats: Zeit der Stille, des Hörens und der Erneuerung der Berufung
19. Dezember 2025
Am 17. – 18. Dezember fanden Online-Exerzitien für Katechetinnen und Katecheten des Apostolischen Exarchats statt, die von Pfr. Bohdan Pidlisetskyj, geleitet wurden. Diese Tage wurden zu einer gesegneten Zeit des geistlichen Innehaltens, der inneren Stille und der vertieften Reflexion über den Glauben und die eigene Berufung im Dienst an der Kirche.

Eines der zentralen Themen der Exerzitien war das Hören auf die Stimme Gottes. In der Betrachtung der biblischen Schöpfungsgeschichte richteten die Teilnehmenden ihre Aufmerksamkeit darauf, dass Adam und Eva Gott nicht schauten, sondern Ihn hörten. Die Störung der Harmonie begann in dem Moment, als Eva sich einer anderen Stimme öffnete – der Stimme der Schlange. Daraus ergab sich eine wichtige und auch heute aktuelle Frage: Auf welche Stimme hören wir? Denn das Hören formt den Glauben, und der Glaube prägt unsere Sicht auf die Welt sowie unsere Antworten auf die Herausforderungen der Gegenwart.
Ein besonderer Akzent lag auf der Sendung der Katechetinnen und Katecheten. Den Glauben weiterzugeben ist die Berufung jedes Christen; für Katechetinnen und Katecheten ist es zugleich eine große Verantwortung und ein Privileg, die Frohe Botschaft den Kindern zu verkünden. In einer Welt, in der man sich leicht mit Ungerechtigkeit abfindet, Kompromisse eingeht oder sich hinter der Logik „alle machen es so“ versteckt, ruft der Herr zu Wachsamkeit und Treue. Der Prophet Jesaja erinnert daran, dass Gott einen Plan zur Verwandlung der Welt hat und diesen gemeinsam mit uns verwirklichen möchte: „Steh auf, werde licht, denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit des Herrn ist über dir aufgegangen“ (Jes 60,1). In diesem Zusammenhang wurde der Gedanke hervorgehoben, dass das Licht nicht gegen die Finsternis kämpft – es leuchtet einfach und überwindet sie dadurch. Der Christ ist berufen, an der Verwandlung der Welt mitzuwirken, nicht durch laute Worte, sondern durch sein Leben, indem er für andere zum Licht wird.
Während der Exerzitien wurde zudem betont, dass das Reich Gottes mitten unter uns ist – im Raum unserer Beziehungen. Christus ist beständig unter uns gegenwärtig, und gerade diese göttliche Präsenz ist es, die Menschen am meisten zur Kirche und zur kirchlichen Gemeinschaft hinzieht.
Eine weitere wichtige Erinnerung war das Bewusstsein, dass die Heilige Kommunion keine Pflicht, sondern ein Geschenk und ein Privileg der unmittelbaren Begegnung mit Gott ist – eine Quelle des Lebens und der Kraft für den täglichen Dienst.
