„Schäme dich nie, ein Mensch zu sein“: Heute ist der Geburtstag Seiner Seligkeit Sviatoslav

5. Mai 2026

Am 5. Mai 2026 feiert der Vater und das Oberhaupt der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche, Seine Seligkeit Sviatoslav, seinen 56. Geburtstag. An diesem Tag laden wir dazu ein, mehr über die Familie Seiner Seligkeit Sviatoslav zu erfahren – seine Eltern und Großeltern, die eine wichtige Rolle bei seiner Prägung als Mensch, Christ und Seelsorger spielten. Heute vereint sich die gesamte Kirche im Dankgebet für das Geschenk des Lebens und des Dienstes des Oberhaupts der UGKK. Mit Dankbarkeit erinnern wir uns auch an seine Eltern – Mutter Vira und Vater Yuriy –, die ihrem Sohn den Glauben an Gott, christliche Werte und die Liebe zu seiner Heimatkirche und seinem Volk vermittelt haben.

„Schäme dich nie, ein Mensch zu sein“: Heute ist der Geburtstag Seiner Seligkeit Sviatoslav

Kindheit in Stryj: die erste Leidenschaft

Die Kindheit Seiner Seligkeit Sviatoslav (dt.: Swjatoslaw Schewtschuk) verging im heimatlichen Stryj. Hier formten sich seine ersten Träume und Interessen. Nur wenige wissen, dass eine seiner ersten wahren Leidenschaften Tauben waren.

Seine Mutter, Vira Shevchuk (dt.: Wira Schewtschuk), erinnerte sich mit Wärme an diese Zeit: „Tauben – das war seine erste wahre Leidenschaft. Auf dem Dachboden, wo jetzt die Garage ist, gab es einen Taubenschlag.“

Diese kindliche Leidenschaft offenbart uns einen neugierigen, aufmerksamen Jungen, der von Kindesbeinen an lernte, Verantwortung zu übernehmen und sich um andere zu kümmern.


„Schäme dich nie, ein Mensch zu sein“ – die Weisung des Großvaters

Einen besonderen Platz in der Prägung des zukünftigen Oberhaupts der Kirche nahmen sein Großvater und seine Großmutter ein. Gerade durch sie entdeckte er für sich den lebendigen Glauben und die Tradition der Kirche.

„Durch sie trat ich in das Leben der Kirche ein“, erinnert sich Seine Seligkeit Sviatoslav. „Sie wurden für mich zu einer wandelnden Enzyklopädie der Geschichte der Kirche und unseres Volkes.“

Ihr Haus war ein Ort des Gebets und der geistlichen Begegnung. Hier verkehrte der heilige Märtyrerpriester Oleksij Saryzkyj, der die Göttliche Liturgie feierte und so den lebendigen Glauben in Zeiten der Verfolgung aufrechterhielt.

Genau von seinem Großvater hörte Seine Seligkeit Sviatoslav die Worte, die zu einem wegweisenden Motto für sein Leben wurden: „Schäme dich nie, ein Mensch zu sein.“

Dieser einfache, aber tiefe Rat findet heute seine Fortsetzung in seiner Seelsorge – besonders dann, wenn er über das Mitgefühl spricht, über das Recht auf Tränen und darüber, wie wichtig es ist, denen nahe zu sein, die leiden.

Die Stimme des Gewissens der Mutter

Seine Seligkeit Sviatoslav erinnert sich mit Dankbarkeit an seine Eltern, die, obwohl sie vom Charakter her unterschiedlich waren, eine tiefe Spur in seinem Leben hinterlassen haben.

Seine Mutter, eine Musiklehrerin, vermittelte ihm eine besondere innere Disziplin: „Hast du deine Hausaufgaben schon gemacht?“ Diese Frage, so teilt Seine Seligkeit Sviatoslav mit, klingt in ihm bis heute wie die Stimme des Gewissens nach. Sie erinnert an die Verantwortung, an die Notwendigkeit, auf jede Begegnung vorbereitet zu sein.

„Nach allen öffentlichen Terminen kehre ich in mein Zimmer zurück, trete vor Gottes Angesicht und mache eine Gewissenserforschung: Ich überdenke noch einmal alles, was ich gesagt habe, alles, was geäußert wurde, und tadle mich selbst für diesen oder jenen Fehler, für irgendwelche Äußerungen oder vielleicht Dummheiten, die in der Öffentlichkeit gesagt wurden. Das ist, sagen wir mal so, ein Stück des Herzens und der Seele meiner Mutter“, bemerkt das Oberhaupt der UGKK.


Der Vater – ein Lehrer der Menschenliebe

Der Vater Seiner Seligkeit Sviatoslav, Yuriy Sherchuk (dt.: Jurij Schewtschuk), wurde für ihn zu einem Vorbild in der Kunst der zwischenmenschlichen Beziehungen. „Er lehrte mich, Vater zu sein, die Menschen zu lieben, keine Angst zu haben, auf sie zuzugehen, Beziehungen aufzubauen. Meinem Vater verdanke ich also seine Haltung, die Menschen zu lieben, sie zu verstehen, sich einer aufrichtigen, liebevollen Einstellung nicht zu schämen“, erzählt der Patriarch.

Besonders ist die Erinnerung an das erste Gehalt. „Du hast nicht das Recht, es für dich selbst zu verschwenden“, sagte der Vater.

Diese Lektion der Aufopferungsbereitschaft und der Verantwortung für andere blieb ihm ein Leben lang. Gleichzeitig warnte der Vater davor, dass Aufrichtigkeit einen Menschen verletzlich macht. Doch trotz alledem rief er dazu auf, keine Angst vor dem Lieben zu haben.


Ein Seelsorger, der sich nicht scheut, mitzuleiden

Die Worte des Großvaters, die Weisungen der Eltern und das Vorbild der Familie zeigen sich heute im Dienst Seiner Seligkeit Sviatoslav. Wenn er über den Schmerz der Menschen spricht, die durch den Krieg Angehörige verloren haben, betont er, dass man Tränen nicht verbergen und Mitgefühl nicht meiden sollte. In schwierigen Momenten ist es wichtig, einfach da zu sein. Das ist es, was er als „Trauerseelsorge“ bezeichnet – einen Dienst, bei dem der Priester nicht nur versucht, mit Worten zu unterstützen, sondern vor allem den Schmerz teilt.

„In solchen Momenten verstummen die Worte. Man muss den Schmerz mit diesen Menschen teilen, gemeinsam mit ihnen trauern“, meint Seine Seligkeit Sviatoslav.

Quelle: ugcc.ua

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