„Bleib bei uns, Herr, denn es wird Abend“ – Predigt Seiner Exzellenz Bischof Bohdan am ersten Tag des neuen Jahres

1. Januar 2026

Am 1. Januar 2026 leitete Seine Exzellenz Bischof Bohdan die bischöfliche Göttliche Liturgie des heiligen Basilius des Großen in der Kathedrale Maria Schutz in München. An diesem Tag, an dem die Kirche die Beschneidung und Namensgebung unseres Herrn Jesus Christus feiert und zugleich des heiligen Basilius des Großen gedenkt, hielt der Bischof eine Predigt, die von Hoffnung, Vertrauen auf Gott und pastoraler Sorge geprägt war.

„Bleib bei uns, Herr, denn es wird Abend“ – Predigt Seiner Exzellenz Bischof Bohdan am ersten Tag des neuen Jahres

Zu Beginn begrüßte der Apostolische Exarch die Gläubigen zum ersten Tag des neuen Kalenderjahres und wies auf den reichen theologischen Gehalt der Liturgie des heiligen Basilius des Großen hin, die – wie er betonte – „die ganze Heilsgeschichte weitergibt und vergegenwärtigt, die mit der Geburt des menschgewordenen Sohnes Gottes begonnen hat“.

In seinen Betrachtungen über die weihnachtlichen Ereignisse erinnerte der Bischof an den Weg der Anbetung des Christuskindes – von den armen Hirten bis zu den Weisen aus dem Osten, von der allerseligsten Jungfrau Maria bis zum heiligen Josef. Im Mittelpunkt des heutigen Festes, so unterstrich er, stehe Jesus Christus selbst, dem ein Name gegeben wurde, „der vom Himmel stammt und seine Sendung offenbart: ‚Jesus’ bedeutet – der Herr rettet“.

Besondere Aufmerksamkeit widmete Bischof Bohdan dem Bild Christi als des Guten Hirten. Er hob den tiefen evangelischen Paradox hervor: Das Kind, das in die Krippe gelegt wurde, „wird zum Lamm Gottes, das die Sünden der ganzen Welt auf sich nimmt“, und zugleich zum Hirten, der „seine Schafe kennt und sein Leben für sie hingibt“.

Der geistliche Mittelpunkt der Predigt war der 23. Psalm – der Psalm des Vertrauens auf Gott. Der Bischof zitierte ihn und betonte, dass das Herzstück dieses Gebets in den einfachen, aber alles überwindenden Worten liege: „Denn du bist bei mir“.

„Gerade diese Nähe Gottes“, so der Prediger, „macht den Menschen frei von Angst selbst im ‚Tal der Finsternis’.“
Im Licht der Herausforderungen der Gegenwart, von Krieg und Angst, die viele Menschen begleiten, erinnerte der Bischof an die Worte des Apostels Paulus: „Ist Gott für uns, wer kann dann gegen uns sein?“ Zudem zitierte er eine tiefgehende Auslegung des 23. Psalms aus den Betrachtungen von Papst Benedikt XVI.: „Dieses ‚Du bist bei mir’ ist das Bekenntnis eines unerschütterlichen Glaubens. Die Nähe Gottes verwandelt die Wirklichkeit. Das dunkle Tal verliert seine Gefahr.“

Zum Abschluss der Predigt richtete der Bischof ein pastorales Wort an die Gläubigen zum Beginn des neuen, noch ungewissen, aber hoffnungsvollen Jahres. Er rief dazu auf, Frieden, Schutz und Halt nicht nur in menschlichen Wünschen zu suchen, sondern vor allem in Christus – dem Guten Hirten.

Als gemeinsames Gebet zum Beginn des Jahres 2026 schlug der Bischof die Worte der Emmausjünger vor, die zum geistlichen Leitmotiv der Predigt wurden: „Bleib bei uns, Herr, denn es wird Abend.“

„Sei bei uns, Jesus, in jedem Augenblick dieses Jahres“, betete Bischof Bohdan, „führe uns auf dem Weg der Wahrheit und der Liebe, stärke unsere Herzen im Vertrauen auf dich, damit wir aus deiner Gnade dieses Jahr würdig durchschreiten und dir näherkommen – der Quelle unseres Friedens und unserer einzigen Hoffnung.“

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