„Der Herr sendet uns seine Engel, die zum Festmahl der göttlichen Liebe einladen“ – Bischof Bohdan in Australien
15. Dezember 2025
Am Sonntag, den 14. Dezember, leitete Bohdan Dzyurakh, während seines Aufenthalts in Australien im Rahmen des Ständigen Synods der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche, die Göttliche Liturgie in der ukrainischen Gemeinde Hl. Johannes der Täufer in Perth und hielt eine Predigt voller Hoffnung, Aufruf zur Einheit und geistlicher Vorbereitung auf das Weihnachtsfest.

Zu Beginn seiner Ansprache übermittelte der Bischof den Gläubigen herzliche Grüße und den Segen aller Mitglieder des Ständigen Synods, insbesondere von Swjatoslaw Schewtschuk, und betonte die mütterliche Nähe der Kirche zu ihren Gläubigen, selbst am anderen Ende der Welt: „Heute sind wir in die Pfarreien gereist, um unseren Gläubigen auf dem gesamten australischen Kontinent die Umarmung der Mutterkirche spüren zu lassen. Es scheint, dass meine Umarmung am weitesten reicht, weil eure Gemeinde die entfernteste ist.“
Der Hierarch unterstrich zugleich, dass die ukrainische Gemeinde in Australien trotz der geografischen Distanz geistlich sehr nahe bei der Mutterkirche und der Ukraine bleibt: „Ihr unterstützt seit vielen Jahren treu und großzügig die leidenden Brüder und Schwestern in der Ukraine. Unsere Einheit und die Werke der barmherzigen Liebe sind das Licht, das die Dunkelheit von Hass und Tod vertreibt.“
In der Betrachtung des Evangeliums über das festliche Mahl (Lk 14,16–24) erläuterte Bischof Bohdan das Bild des Festmahls als Metapher für das Reich Gottes – einen Raum des Lebens, der Großzügigkeit, Gemeinschaft und Freude: „Ein Festmahl ist kein Fast-Food unseres täglichen Laufens. Ein Festmahl ist ein Mahl, das unsere Kultur, unsere Lebensweise und unsere Identität ausdrückt.“
Der Prediger hob hervor, dass das wahre Festmahl vor allem Gemeinschaft und Nähe bedeutet, wo die Liebe zum Nächsten sich in einfachen Gesten der Aufmerksamkeit und des Dienstes zeigt: „Ein reich gedeckter Tisch ist nur ein Anlass für etwas Größeres: für Begegnung, Respekt und Liebe.“
Nach den Worten des Apostolischen Exarchen sei ein Festmahl immer Freude: „Am Festmahl weicht Kummer, tägliche Sorgen und Traurigkeit. Selbst wenn im Leben nicht alles wie gewünscht verläuft, möchten wir alle gute Laune mit zum Festmahl nehmen und sie mit anderen teilen.“
Besonderes Augenmerk richtete der Bischof auf die Gefahr modernen Egoismus und Gleichgültigkeit, die den Menschen gegenüber Gottes Einladung verschließen: „Die Fokussierung auf das selbstzufriedene ‚Ich’ verengt den Horizont des Menschen. Wer sich für autark hält, verurteilt sich tatsächlich zu Selbstisolation und innerer Armut.“
Im vorweihnachtlichen Kontext warnte der Prediger vor einem Fest ohne Christus: „Wir feiern Gottes Fest, aber ohne Gott, Weihnachten ohne Christus. Denn Weihnachten beginnt nicht mit Lichterketten, sondern mit der Stille des Herzens.“
Besonders bewegend waren die Worte des Hierarchen über die Kirche als Ort der Barmherzigkeit und Hoffnung für jeden: „Die Kirche ist kein Museum der Vollkommenen, sondern ein Krankenhaus für die Schwachen und Kranken. So füllte sich der Festsaal – und es blieb noch Platz. Dieser Platz ist für uns.“
Zum Abschluss der Predigt rief Bischof Bohdan die Gläubigen auf, Gottes Einladung in der Stille des Herzens wahrzunehmen und ohne Angst zu antworten: „Der Herr sendet uns seine Boten mit den Worten: ‚Komm, alles ist bereit!’. Stellen wir Christus und unseren Nächsten ins Zentrum unserer Liebe, unserer Aufmerksamkeit und unseres Dienstes.“


