„Die ukrainischen Kirchen sind im Gebet vereint“ – Bischof Dr. Bohdan Dzyurakh am Tag der Einheit der Ukraine
23. Januar 2026
Am 22. Januar, dem Tag der Einheit der Ukraine, fand in der Kathedrale Maria Schutz in München ein ökumenisches Gebet für die Einheit der Christen statt. Das Gebetstreffen vereinte Gläubige der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche und der Orthodoxen Kirche der Ukraine und wurde zu einem tiefen geistlichen Zeichen der Einheit der Ukrainer in einer Zeit der Prüfungen.

Das Gebet leitete Bischof Dr. Bohdan Dzyurakh, Apostolischer Exarch für die Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und Skandinavien. In seiner Ansprache betonte der Bischof die tiefe Symbolik der Verbindung des Tages der Einheit der Ukraine mit dem Gebet für die Einheit der Christen: „Heute sind wir mit unseren Glaubensbrüdern aus der Orthodoxen Kirche der Ukraine gerade am Tag der Einheit der Ukraine, am 22. Januar, vereint. An diesem Tag erinnern wir uns an den Akt der Vereinigung – einen der großen Schritte auf dem Weg zum Aufbau eines geeinten, konziliaren und unabhängigen ukrainischen Staates.“
Der Bischof erinnerte daran, dass im Herzen der ukrainischen staatsbildenden und einigenden Prozesse stets der Glaube und die Kirche standen. Unter Bezugnahme auf den Hirtenbrief des Metropoliten Andrey Sheptytskyi „Wie man das eigene Haus baut“, der in der tragischen Zeit des Zweiten Weltkriegs verfasst wurde, unterstrich er die Kraft des Evangeliums als Quelle der Einheit: „Das Evangelium besitzt eine so große Kraft, dass es sogar aus den erbittertsten Feinden Brüder machen kann. Umso mehr kann diese einigende Kraft des Evangeliums Christi in einem Volk wirksam werden, das denselben Glauben teilt und nach Einheit strebt.“
Besonders bewegend waren die Worte des Apostolischen Exarchen über den gegenwärtigen Krieg und die Opferbereitschaft der ukrainischen Verteidiger: „Heute geben im Osten der Ukraine unsere Verteidiger ihr Leben für uns alle hin – für Orthodoxe, für Katholiken, für Griechisch-Katholiken, für Protestanten. Der Feind fragt nicht, welcher Kirche du angehörst. Ebenso geben unsere Verteidiger ihr Leben für alle.“
Bischof Bohdan betonte, dass die Einheit der ukrainischen Kirchen heute nicht nur eine Antwort auf äußere Bedrohungen sei, sondern vor allem eine Frucht des Wirkens des Heiligen Geistes: „Wir müssen der Welt zeigen, dass wir Ukrainer fähig sind, uns zu vereinen – nicht unter dem Druck von Bedrohungen, sondern unter dem Wirken des Geistes Gottes. Der Heilige Geist soll uns einen.“
Abschließend nannte der Bischof konkrete Schritte auf dem Weg zur Einheit: den aufrichtigen Wunsch nach Einheit zu pflegen, beharrlich für die Vereinigung der Kirchen zu beten, Begegnungen und Dialog nicht zu scheuen und gemeinsam zum Wohl des ukrainischen Volkes zu wirken.
„Der Teufel trennt und entfacht Zwietracht. Christus und der Geist Gottes vereinen. Wenn wir vereint sind, wird auch unsere Verkündigung vor der Welt überzeugend sein,“ sagte der Bischof.











