Drei geistliche Lehren von Fatima: Bischof Bohdan über den Weg des Christen heute
14. Januar 2026
In der Kathedrale Mariä Schutz in München fand das monatliche Gebet für gerechten Frieden in der Ukraine und für die Bekehrung Russlands statt, das traditionell am 13. eines jeden Monats auf Initiative von Bischof Bohdan, Apostolischer Exarch für die Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und Skandinavien, gefeiert wird. Das Gebet steht im Geist und gemäß den Botschaften der Heiligen Jungfrau Maria von Fatima.

Zu Beginn der Liturgie betonte der Hierarch in seiner Predigt, dass Frieden nicht nur ein menschliches Streben sei, sondern vor allem ein Geschenk Gottes: „Wir haben uns versammelt, um für den Frieden zu beten, den nur Gott schenken kann. Und für die Bekehrung, die nur vom Himmel kommen kann.“
Der Bischof unterstrich die besondere Rolle der Heiligen Jungfrau Maria in diesem Gebet und vertraute ihr das Schicksal des ukrainischen Volkes an: „Wir legen dieses Gebet in die Obhut der Heiligen Jungfrau, die uns aufgerufen hat, für die Bekehrung Russlands zu beten, und bitten sie um mütterlichen Beistand für unser Volk – um Befreiung von der Besatzung und das Geschenk des himmlischen Friedens.“
Ein besonderer Moment war die Anwesenheit der Mitglieder der Gebetsbewegung „Mütter im Gebet“. Bischof Bohdan betonte: „Das Gebet einer Mutter hat große Kraft. Bei uns sagt man: Das Gebet einer Mutter erschüttert den Himmel – es erreicht das Herz Gottes selbst.“
Der Apostolische Exarch hob im Bezug auf die Erscheinungen der Heiligen Jungfrau in Fatima drei zentrale geistliche Lehren hervor, die für das christliche Leben der heutigen Menschen besonders bedeutend sind:
1. Gott kommt den Menschen durch seine Gesandten nahe
Die erste Lehre von Fatima erinnert daran, dass Gott niemals fern oder gleichgültig gegenüber den Menschen ist. Wenn er sich offenbaren und uns nahekommen möchte, tut er dies oft durch seine Gesandten – Engel oder Menschen, die zu „Engeln im menschlichen Körper“ werden.
„Unser Problem ist, dass wir sehr oft die Gegenwart Gottes in unserem Leben nicht wahrnehmen und nicht empfänglich für die Zeichen und Gesandten sind, die der Herr uns sendet“, betonte der Hierarch. Fatima lehrt Aufmerksamkeit für Gottes Wirken im Alltag und Offenheit für die Begegnung mit Gott, der oft durch andere Menschen zu uns kommt.
2. Der Wert und die Kraft des gemeinsamen Gebets
Die zweite wichtige Lehre betrifft die Kraft des Gebets, besonders des gemeinsamen Gebets. Gebet wird zum Raum einer lebendigen Begegnung des Menschen mit Gott.
„Im Gebet begegnet der Mensch Gott. Im Gebet berühren sich Himmel und Erde: Der Himmel kommt auf die Erde herab, und wir steigen empor zum Himmel“, betonte der Bischof.
In den Fatima-Erscheinungen wiederholt sich stets derselbe geistliche Ablauf: Die Kinder beginnen zu beten – und Gott offenbart sich; das Wort Gottes erklingt; Hoffnung entsteht. Dies bestätigt die Worte Christi: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“
3. Die Berufung, „Engel im menschlichen Körper“ zu sein
Die dritte, besonders wichtige Lehre Fatimas betrifft die persönliche Mission jedes Christen. Die Begegnung mit Gott ist niemals nur für einen selbst – sie führt immer zum Zeugnis.
„Ein Mensch, der die Begegnung mit Gott wirklich erlebt, wird unweigerlich zu einem Engel – nicht, weil er den Körper loswird, sondern weil er ein Gesandter wird“, erklärte der Hierarch.
Wie die Apostel nach Pfingsten konnten auch die Hirtenkinder von Fatima trotz Verfolgung und Leiden nicht schweigen über das, was sie gehört und gesehen hatten.
„Wir können diese kostbare Erfahrung der Begegnung mit Gott nicht nur für uns behalten“, betonte Bischof Bohdan und rief die Gläubigen dazu auf, Gesandte des Friedens, der Hoffnung und des göttlichen Lichts in der Welt zu sein.
Nach der Liturgie beteten alle Gläubigen zusammen mit dem Klerus den Rosenkranz in einer Prozession rund um die Kathedrale.

















