„Gott handelt souverän und geheimnisvoll“ – Bischof Bohdan am Vorabend von Weihnachten
24. Dezember 2025
Am 24. Dezember 2025 leitete Bischof Bohdan in der Kathedralkirche Maria Schutz in München die bischöfliche Göttliche Liturgie des heiligen Basilius des Großen mit Vesper. Den feierlichen Gottesdienst gestaltete der Oktettchor „Theophoros“ des Heiligen-Geist-Seminars in Lwiw mit seinem Gesang.

In seiner Predigt lud der Apostolische Exarch die Gläubigen ein, sich gemeinsam mit den Hirten und den Weisen auf den geistlichen Weg nach Bethlehem zu begeben – an jenen Ort des unerwarteten und geheimnisvollen Wirkens Gottes.
Der Bischof betonte, dass Weihnachten dem Menschen eine völlig andere Logik der Gegenwart Gottes in der Welt eröffnet: „Das Handeln Gottes ist unerwartet, wunderbar und unbegreiflich. Es passt nicht in menschliche Berechnungen – weder politische noch wirtschaftliche. Gott handelt souverän und geheimnisvoll.“
Der Hierarch machte darauf aufmerksam, dass der Erlöser der Welt nicht in die Zentren der Macht kommt, sondern an den Rand – nach Bethlehem, ja sogar in einen Stall: „Gott geht nicht nach Jerusalem. Er geht an die Peripherie, aufs Feld, zur Krippe. Genau dort beginnt die Geschichte des Heils.“
Besonders unterstrich Bischof Bohdan, dass Bethlehem nicht nur ein geografischer Ort ist, sondern vor allem ein innerer Weg des Menschen: „Bethlehem ist eine Bewegung des Herzens. Es ist eine Veränderung des Denkens, wenn der Mensch lernt, die Welt nicht weltlich, sondern göttlich zu betrachten.“
In der Betrachtung der Gestalt der Weisen ermutigte der Bischof die Gläubigen, dem Wort Gottes zu erlauben, ihr Leben zu führen: „Die Weisen kehrten auf einem anderen Weg zurück und waren bereits andere Menschen. So wirkt das Evangelium, wenn wir es in unser Herz hineinlassen.“
In seiner Predigt wies der Seelsorger auch auf das Geheimnis des göttlichen Heils durch das Leiden hin, das sich in seiner Fülle auf Golgota offenbaren wird: „Wir möchten, dass Gott uns vor dem Leiden rettet. Gott aber rettet uns, indem er das Leiden auf sich nimmt. Das ist der einzige Weg zur Fülle des Lebens.“
Zum Abschluss des Gottesdienstes rief Bischof Bohdan alle dazu auf, mit offenem Herzen zum neugeborenen Christus zu eilen: „Eilen wir zum göttlichen Kind mit aufrichtiger Seele und bitten wir Ihn um Weisheit, damit wir sie annehmen, nach und nach verstehen und aus ihr leben können.“


