„Gott verkündet uns eine Frohe Botschaft“ – Predigt von Bischof Bohdan zum Fest der Erscheinung des Herrn in München
7. Januar 2026
Am 6. Januar 2026, am Fest der Erscheinung des Herrn, legte Bischof Bohdan in seiner Predigt in der Kathedrale zum Schutz der Allerheiligsten Gottesmutter in München die Bedeutung des Geheimnisses der Taufe des Herrn als Befreiung des Menschen von Sünde, Angst und Tod sowie als Aufruf zur persönlichen Umkehr dar.

In seinen Betrachtungen über das Evangeliumsgeschehen der Taufe Jesu im Jordan betonte der Bischof, dass es sich dabei nicht nur um eine Geste der Demut des Sohnes Gottes handle, sondern um einen Akt des Heils für die ganze Menschheit: „Der Sohn Gottes steigt in die Wasser des Jordan nicht nur in unsere materielle Armut hinab, sondern auch in die moralische Armut – in die Sündhaftigkeit, die die grundlegende Ursache menschlichen Unglücks und Leidens ist.“
Der Hierarch unterstrich weiter, dass Christus in den Jordan kommt, um die Menschheit von der „Krankheit der Sünde“ zu heilen und den Weg zu einem neuen, ewigen Leben zu eröffnen: „Er taucht in die Jordanwasser ein, um die ganze Menschheit reinzuwaschen und sie erneuert hervorgehen zu lassen – so, dass der Tod keine Macht mehr über sie hat.“
Das zentrale Motiv der Predigt war die Liebe Gottes als einziger Grund für das Kommen Christi in die Welt. In Anlehnung an die Worte des Johannesevangeliums erinnerte der Bischof: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.“
Diese Liebe sei, so der Prediger, „treu, grenzenlos und selbstlos“ und gelte jedem einzelnen Menschen.
Besondere Aufmerksamkeit widmete der Apostolische Exarch dem Thema der Freiheit und betonte, dass wahre Freiheit aus einem Leben nach dem Gesetz Gottes erwächst: „Freiheit bedeutet nicht, zu tun, was mir gerade einfällt. Freiheit heißt, im Geist Gottes zu wandeln. Wo der Geist Gottes ist, dort ist Freiheit“, betonte der Bischof.
Zugleich warnte Bischof Bohdan davor, dass die Missachtung der Gebote Gottes zu verschiedenen Formen der Knechtschaft führe – zunächst geistiger, später auch gesellschaftlicher und politischer Art.
In einer Parallele zwischen dem Durchzug des Volkes Israel durch das Rote Meer und den Jordan und dem christlichen Leben bezeichnete der Prediger den Jordan als Symbol einer inneren, moralischen Wandlung: „Der Jordan sollte zu einer Grenze werden, an der das Volk eine geistliche Erneuerung erfährt. Und diese Erfahrung soll jeder Mensch machen.“
Mit Blick auf die Gestalt Johannes des Täufers hob der Hierarch die Notwendigkeit einer tiefgreifenden Umkehr hervor, die mit einer Erneuerung des Denkens beginnt und in der Bereitschaft mündet, nach der Logik Gottes zu leben – auch dann, wenn sie nicht immer verständlich ist: „Manchmal müssen wir nicht alles verstehen. Aber wir müssen Gott vertrauen.“
Am Ende der Predigt ermutigte Bischof Bohdan die Gläubigen, das Fest der Erscheinung des Herrn nicht auf äußere Bräuche zu reduzieren, sondern es als persönliche Herausforderung des Glaubens anzunehmen: „Lasst uns nicht nur einen kalten Schluck geweihten Wassers schöpfen, sondern mit ihm auch das Feuer und die Wärme der Liebe Gottes aufnehmen.“ Er rief dazu auf, „im Glauben unseren eigenen Jordan zu durchschreiten“ – vom Zustand der Sünde zur Freiheit, von der Hoffnungslosigkeit zum Vertrauen, vom Tod zum Leben in Christus.
Nach der Liturgie fand die Große Wasserweihe statt.






















