Hirtenbesuch von Bischof Bohdan bei den Ukrainern in Vejle
13. Januar 2026
Vom 10. bis 12. Januar 2026 erlebte die ukrainische Gemeinde in der Stadt Vejle (Dänemark) gemeinsam mit ihrem Seelsorger, Pfarrer Wasyl Smytsniuk, eine besondere Zeit geistlicher Freude, der Einheit und des Gebets während des Hirtenbesuchs von Bischof Bohdan, Apostolischer Exarch für die Gläubigen des byzantinischen Ritus ukrainischer Herkunft in Deutschland und den Ländern Skandinaviens.

Im Rahmen dieses Besuchs führte der Bischof eine Reihe herzlicher und bedeutungsvoller Begegnungen mit Vorsitzenden ukrainischer gesellschaftlicher Organisationen in Dänemark sowie mit Vertretern der Konsularbehörde. In diesen Gesprächen ging es um das Leben der ukrainischen Gemeinschaft in Dänemark, die Herausforderungen der Kriegszeit sowie um die Bedeutung der Bewahrung der geistlichen, nationalen und kulturellen Identität im Ausland.
Darüber hinaus traf der Hierarch die Jugend bei einem gemeinsamen Frühstück mit den Mitgliedern der ukrainischen Pfadfinderbewegung „Plast“. Bischof Bohdan ermutigte die Jugendlichen, bewusste Christen und verantwortungsvolle Bürger zu sein, und betonte die Bedeutung der Charakterbildung, des Dienstes und der Liebe zur Ukraine.
Zentraler geistlicher Höhepunkt des Besuchs war die Göttliche Liturgie, an der auch der römisch-katholische Bischof von Kopenhagen, Czesław Kozon, sowie der örtliche katholische Pfarrer Gregor Pach teilnahmen.
In seiner Predigt rief Bischof Bohdan die Gläubigen dazu auf, den christlichen Sinn des täglichen Lebens neu zu entdecken und Christus einzuladen, in die verwundetsten Bereiche des menschlichen Herzens einzutreten.
In seiner Auslegung des Evangeliums vom Sonntag nach der Erscheinung des Herrn (Mt 4,12–17) lenkte der Hierarch die Aufmerksamkeit auf die dreißig Jahre des verborgenen Lebens Jesu in Nazareth und betonte, dass gerade dieser „stille“ Abschnitt im Leben des Erlösers unserer Alltäglichkeit eine tiefe Bedeutung verleiht.
„Jesus lernte die Kunst zu leben, so wie jeder von uns, der zum Leben berufen ist, ständig lernen muss, in dieser Welt richtig zu leben“, sagte der Prediger.
Der Bischof unterstrich, dass das Elternhaus die erste und wichtigste Schule des Gebets, der Arbeit und der menschlichen Beziehungen sei, in der der Glaube nicht nur durch Worte, sondern vor allem durch das Beispiel des Lebens weitergegeben werde: „Das Gebet der Eltern, ihre Offenheit für das Wort Gottes und ihre Lebensprioritäten — all das ist eine Schule des geistlichen Lebens.“
Mit Schmerz, aber auch mit Hoffnung stellte er fest, dass die Glaubenskrise in der heutigen Welt oft damit zusammenhänge, „dass innerhalb christlicher Familien die Kette der Weitergabe des Glaubens von Generation zu Generation unterbrochen wurde“.
Nazareth sei, so der Prediger, auch eine Schule der Arbeit und des Dienstes, in der selbst die einfachste tägliche Routine zu einem Weg der Heiligkeit werden könne: „Diese dreißig Jahre Jesu in Nazareth sind die Erlösung unseres ganzen Lebens in seiner Alltäglichkeit, denn Gott selbst hat sie auf sich genommen.“
Besonders bewegend waren die Worte des Apostolischen Exarchen über das Zuhause als Raum der Liebe und der Beziehungen, was für Ukrainerinnen und Ukrainer, die durch den Krieg gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen, eine besondere Bedeutung habe: „Ein Zuhause sind nicht nur gemauerte Wände. Ein Zuhause sind nahe Menschen, ein Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und Liebe sowie die eigene Kirche, die das Haus unseres himmlischen Vaters ist.“
Zum Abschluss rief Bischof Bohdan die Gläubigen dazu auf, sich nicht im Schmerz über den Verlust der Heimat zu verschließen, sondern ihr eigenes Nazareth dort aufzubauen, wohin der Herr sie heute führt: „Wenn wir Jesus in die Mitte unseres Lebens stellen, werden wir überall das Gefühl eines Zuhauses haben, denn unser göttlich-menschliches Nazareth wird immer mit uns sein.“










