Hirtenbesuch von Bischof Bohdan in der ukrainischen Gemeinde in Lahr
1. Dezember 2025
Am 29. November 2025 erlebte die ukrainische Gemeinde der Stadt Lahr eine Zeit der geistlichen Erhebung im gemeinsamen Gebet mit dem hochwürdigsten Bischof Bohdan. Der Bischof stand der feierlichen bischöflichen Göttlichen Liturgie vor und hielt eine Predigt, die von Glauben, Hoffnung und geistlicher Unterstützung für das ukrainische Volk erfüllt war.

Zu Beginn seiner Predigt betonte der Hierarch, dass ein echtes christliches Leben aus der Hoffnung auf Gott erwächst, der den Tod besiegt hat: „Der Herr, der von den Toten auferstanden ist, ist nicht fern. Er ist der Sieger. Das ist kein Gott, der seinen Kindern gegenüber gleichgültig ist.“
An die Gläubigen gewandt, unterstrich Bischof Bohdan, dass der Sieg der Ukraine vor allem mit dem geistlichen Sieg jedes einzelnen Menschen beginnt: „Der Sieg wird gewiss kommen, aber er wird durch unser Herz kommen. Sieg und Auferstehung beginnen im Herzen, das voller Liebe ist.“
Der Bischof gedachte auch dankbar der Verteidigerinnen und Verteidiger der Ukraine, die ihr Leben für Freiheit und Zukunft des Vaterlandes opfern: „An unseren östlichen Grenzen stehen unsere Brüder und Schwestern, die ihr Leben hingeben, damit wir leben, damit wir Hoffnung haben, damit wir das Osterfest unseres Volkes erleben dürfen.“
Er mahnte die Gläubigen, die Kraft der inneren Erneuerung nicht zu unterschätzen, und warnte vor der Gefahr der Gleichgültigkeit: „Man darf nicht gleichgültig sein. Gleichgültigkeit ist das Gegenteil der Liebe. Sie baut nichts auf und schützt nichts. Vor ihren Augen beginnt das Böse zu siegen.“
Einen besonderen Platz in der Predigt nahm das Thema der Einheit der Pfarrgemeinschaft ein: „Wir sind eine Familie nicht deshalb, weil wir dieselbe Sprache sprechen oder dieselbe Herkunft haben. Wir sind Brüder und Schwestern, weil wir einen Gott haben, zu dem wir sagen: ‚Vater unser’.“
Bischof Bohdan rief jeden Einzelnen dazu auf, keine Angst zu haben, sein Herz für Gott zu öffnen, damit Gnade und Frieden das persönliche wie auch das gesellschaftliche Leben erfüllen: „Gott liebt uns nicht, weil wir gut sind. Gott liebt uns, weil Er gut ist. Kommt zu Jesus und sagt: ‚Gott, vergib mir.’ Er wird befreien, denn Er ist gekommen, damit wir in Gnade und Frieden leben.“
An die Gemeinde gewandt, am Vorabend der Weihnachtsfastenzeit, schloss der Hierarch mit ermutigenden Worten: „Öffnen wir unsere Herzen für den Herrn. Lassen wir Ihn zu allem zu, was in uns krank und ungeordnet ist. Dann werden wir selbst zur Quelle von Gnade, Frieden, Freude und Sieg für unser vielgeprüftes Volk.“



