Predigt von Bischof Bohdan am Sonntag von Zachäus: Vom oberflächlichen Blick zur echten Begegnung mit Christus

19. Januar 2026

Am 18. Januar 2026, am Sonntag von Zachäus, mit dem die Kirche ihre geistliche Reise auf das Osterfest hin beginnt, hielt Bischof Bohdan in der Kathedrale Mariä Schutz in München eine Predigt. Darin erklärte er den Unterschied zwischen der oberflächlichen Wahrnehmung der modernen Welt, die unter der „Diktatur der Bilder“ steht, und der tiefen, geistlichen Erkenntnis sowie der Aufnahme Christi ins eigene Leben.

Predigt von Bischof Bohdan am Sonntag von Zachäus: Vom oberflächlichen Blick zur echten Begegnung mit Christus

Der Bischof wies auf die Herausforderungen des heutigen Menschen hin, der in einer Welt übermäßiger Eindrücke und Informationsflut lebt. Er betonte, dass wir heute oft „unter der Diktatur der Bilder“ stehen, die „uns ins Auge fallen oder uns verfolgen“, uns aber gleichzeitig vom Wesentlichen – von Tiefe, Wahrheit und innerer Konzentration – ablenken.

Die moderne Welt wird nur von Bildern, Effekten und Eindrücken beherrscht. Viele verschiedene Kräfte nutzen diese Neigung des Menschen aus, um ihn vom Wesentlichen abzulenken“, betonte der Erzbischof.

Bischof Bohdan hob den Unterschied zwischen oberflächlichem Sehen und echtem geistlichen Schauen hervor – sowohl im Umgang mit sakraler Kunst als auch im Umgang mit dem Nächsten, der „im Bilde Gottes geschaffen“ ist. Mit Bezug auf Papst Benedikt XVI. warnte er vor der „Diktatur des Images“, die sogar in das kirchliche Leben eindringen kann.

Im Zentrum der Predigt stand die Evangelienerzählung von Zachäus – einem Mann, der „sehen wollte, wer Jesus ist“ (Lk 19,1–10). Der Prediger betonte, dass dieses Sehnen nicht bloße Neugier war, sondern der echte Wunsch, Christus kennenzulernen.

Viele haben Jesus gesehen, aber nicht als den Sohn Gottes erkannt. Jesus sehen zu wollen, ist nur der erste Schritt. Man muss Ihn noch in sein Leben aufnehmen“, sagte der Bischof.

Besondere Aufmerksamkeit widmete er dem entscheidenden Moment der Begegnung von Zachäus mit Christus: „Zachäus, steig schnell herab, denn heute muss ich in deinem Haus einkehren.“

Und die Reaktion des Mannes: „Er stieg schnell herab und nahm Ihn mit Freude auf.“

Dieses Aufnehmen, so der Bischof, ist der Beginn einer echten inneren Verwandlung, die im Geheimnis des Herzens geschieht, aber sichtbare Früchte im Leben bringt – Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Großzügigkeit und Heilung der Beziehungen zu den Mitmenschen.

Die wesentlichen Dinge in unserem geistlichen Leben geschehen in der Tiefe unseres Herzens. Dort berührt Gott mein Leben und verändert es“, unterstrich Bischof Bohdan.

Zum Abschluss der Predigt rief der Erzbischof die Gläubigen auf, jede Göttliche Liturgie als lebendige Begegnung mit dem Auferstandenen zu erleben, die nicht nur physische, sondern auch geistliche Augen öffnet: „Wir wollen nicht nur etwas sehen oder hören, sondern Ihn begegnen. Und dann können wir mit dem Herzen singen: Wir haben das Licht der Wahrheit gesehen. Wir haben den Geist des Himmels aufgenommen…“

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