„Wahre Liebe sucht nicht ihren eigenen Ruhm, sondern schenkt ihn“, – Bischof Bohdan in Baden-Baden

2. Dezember 2025

Am Sonntag, dem 30. November, stand Bischof Bohdan, Apostolischer Exarch für die Ukrainer in Deutschland und Skandinavien, der bischöflichen Göttlichen Liturgie für die ukrainische Gemeinde in der Stadt Baden-Baden vor. In seiner Predigt betonte der Bischof, dass Gott den Menschen durch seine bedingungslose Liebe ständig zum ewigen Leben ruft und dass die Antwort des Menschen Demut, Vergebung und innere Umkehr sein soll – frei von Stolz und Eitelkeit.

„Wahre Liebe sucht nicht ihren eigenen Ruhm, sondern schenkt ihn“, – Bischof Bohdan in Baden-Baden

Der Hierarch wandte sich mit einem herzlichen Aufruf an die Anwesenden, gemäß der christlichen Berufung zu leben, und unterstrich die Kraft von Liebe, Demut und Geduld im Leben jedes Einzelnen: „Gott hat gesagt: Ich will, dass du in die Welt kommst. Gott hat uns das Leben geschenkt. Und dieses Leben, das Gott uns durch unsere irdischen Eltern geschenkt hat, wird zu Ende gehen. Aber Gott ruft uns erneut zum ewigen Leben.“

Die Tiefe des göttlichen Rufes erklärend, hob der Prediger hervor, dass der Herr sich niemals vom Menschen abwendet, selbst dann nicht, wenn sich der Mensch durch die Sünde von Ihm entfernt: „Wenn wir uns durch unsere Sünden von Gott abwenden, wendet Er sich nicht von uns ab. Gott ruft uns beim Namen, so wie Er Adam gerufen hat: ‚Adam, wo bist du? Ich brauche dich.’“

Mit einem Aufruf zu brüderlicher Liebe und Einheit machte Bischof Bohdan auf die Gefahr von Hochmut und Isolation aufmerksam, die sowohl die Gemeinschaft als auch das Herz des Menschen zerstören: „Es scheint uns, dass wir in unserem Stolz die Gerechtigkeit verteidigen, doch in Wirklichkeit geben wir unserem Egoismus nach. Alles, was außerhalb der Liebe ist, ist Tod, Unglück und Traurigkeit.“

Der Apostolische Exarch ermutigte die Gläubigen, die Liebe aus Gott zu schöpfen und sie im täglichen Leben zu praktizieren – in Demut, Sanftmut und im Dienst am Nächsten: „Wer ein gutes Herz hat, fürchtet sich nicht zu dienen. Menschen, die voller Liebe sind, wissen ihr Haupt zu neigen und verlieren dadurch nicht ihre Würde – denn sie besitzen die Würde eines Kindes Gottes.“

Besondere Aufmerksamkeit widmete der Prediger der Notwendigkeit christlicher Geduld – in der Familie, in der Gesellschaft und in zwischenmenschlichen Beziehungen: „Ohne Geduld ist es unmöglich, im Leben etwas Gutes zu erreichen. Um ein gutes Kind zu erziehen, braucht man Geduld – und das ist eine Tat der Liebe.“

Zum Abschluss lud der Bischof die Gemeinde ein, um aufrichtige, lebensspendende Liebe zu beten, die eint und heilt: „Bitten wir heute um die Gnade einer solchen Liebe – lebensspendend und demütig, sanft und langmütig. Beten wir um die Gabe der Geduld für uns selbst.“

Nach der Liturgie fand ein persönlicher Austausch des Hierarchen mit den Pfarrangehörigen sowie eine brüderliche Begegnung der Gemeinde statt.

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