150 Jahre nach dem Sprachverbot: Gedenkveranstaltung in Bad Ems feiert die ukrainische Kultur
11. Juni 2026
Vor genau 150 Jahren, im Jahr 1876, unterzeichnete der russische Zar Alexander II. im Haus Vier Türme im Kurort Bad Ems den Emser Erlass, der die ukrainische Sprache de facto verbot. 150 Jahre später fand in demselben Gebäude eine Veranstaltung statt, die den Fortbestand und die Entwicklung der ukrainischen Sprache thematisierte.

Die Veranstaltung versammelte Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, Belgien und der Schweiz, darunter Wissenschaftler, Künstler, Fotografen und Personen des öffentlichen Lebens.
Das Programm umfasste akademische Vorträge, musikalische Darbietungen und dokumentarische Fotografie.
Unter den Referenten waren europäische Forscher. Prof. Dr. Michael Moser referierte über den Erhalt der ukrainischen Sprache trotz historischer und gegenwärtiger Verbotsversuche. Prof. Dr. Gerhard Simon erläuterte, wie die Repressionen des Russischen Reiches zu einem Faktor der ukrainischen Nationsbildung wurden. Der Fotograf Till Mayer zeigte eine visuelle Dokumentation mit Aufnahmen aus dem Donbas und weiteren Gebieten, in denen die Ukraine derzeit ihr Existenzrecht verteidigt.
Im musikalischen Teil wurden Werke ukrainischer Komponisten verschiedener Epochen aufgeführt, darunter Kompositionen von Maksym Beresowskyj (1745–1777), Mykola Lysenko (1842–1912), Wiktor Kosenko (1896–1938) und Wasyl Barvinskyj (1888–1963), interpretiert von ukrainischen Künstlern.
An der Gedenkveranstaltung nahmen zudem Jugendliche der Gemeinde der UGKK in Köln teil, die in traditionellen ukrainischen Trachten aus der Sammlung von Uliana Derkach anreisten.




