Bischof Bohdan zu den medizinischen Fachkräften in Zarwanyzja: „Durch euch gießt der Herr Ströme seiner Gnade auf Seele und Leib unseres Volkes aus“

29. Juli 2026

Am 25. Juli fand im Marianischen Geistlichen Zentrum „Zarwanyzja“ die XIII. Allukrainische Wallfahrt der medizinischen Fachkräfte statt. Die Wallfahrt brachte Vertreter der medizinischen Gemeinschaft aus sieben Regionen der Ukraine, Geistliche, medizinische Seelsorger und Regierungsvertreter zu einem gemeinsamen Gebet für Ärzte, Kranke, Verwundete und Verteidiger der Ukraine zusammen. Die Predigt hielt der Apostolische Exarch für die Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und Skandinavien, Bischof Bohdan Dzyurakh.

Bischof Bohdan zu den medizinischen Fachkräften in Zarwanyzja: „Durch euch gießt der Herr Ströme seiner Gnade auf Seele und Leib unseres Volkes aus“

Fest des Lebens und Berufung der Mediziner

In seiner Ansprache betonte Bischof Bohdan die symbolische Verbindung zwischen dem Fest der Entschlafung der heiligen Anna und dem Dienst der Ärzte. „Man kann sagen, dass das heutige Fest ein Fest des Lebens ist, das Gott der Menschheit durch eine Mutter schenkt – die heilige Anna, die die Jungfrau Maria gebar, und durch die Gottesmutter selbst, die zur Mutter des Lebens wurde – unseres Herrn und Erlösers“, erklärte der Bischof und fügte hinzu, dass Mediziner in ihrem Dienst „ebenso täglich buchstäblich das Geheimnis des menschlichen Lebens berühren“.

Ein verwundetes Volk und die Berufung zu heilen

Der Hierarch sprach die Leiden des durch den Krieg geschwächten ukrainischen Volkes an. „Unser Volk ist heute schwer vom Feind verwundet, es blutet, Tränenströme fließen über sein Herz und sein Gesicht, es bedarf der Heilung und Rettung“, sagte der Apostolische Exarch und betonte, dass die Mediziner selbst, da sie Kinder ihres Volkes seien, dessen Schmerz, Trauer und Ängste in sich trügen und daher auch selbst Heilung benötigten.

Unter Berufung auf die Worte des heiligen Johannes Paul II., die dieser während seines Besuchs in der Ukraine vor 25 Jahren sprach, zitierte Bischof Bohdan den Appell des slawischen Papstes an das ukrainische Volk: „Ich bete zum Allmächtigen Gott, dass Er dich segne, ukrainisches Volk, und all deine Wunden heile.“

Die Würde des menschlichen Lebens – von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod

Einen beträchtlichen Teil der Predigt widmete der Bischof dem Schutz des menschlichen Lebens angesichts der Herausforderungen der modernen Welt. Er warnte vor Versuchen des Menschen, „den Platz Gottes im Umgang mit dem menschlichen Leben einzunehmen“, und betonte: „Wenn man schwaches und wehrloses Leben angreifen kann, warum sollte man dann nicht auch Leben in der Blüte seiner Kraft angreifen dürfen?“

Bischof Bohdan zitierte Papst Leo XIV.: „Das erste Recht des Menschen ist das Recht auf Leben von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende, ohne das es unmöglich ist, irgendein anderes Recht zu verwirklichen.“

Zudem sprach der Prediger das Problem der sogenannten „Leihmutterschaft“ in der Ukraine an und bezeichnete diese Praxis als Ausdruck der Missachtung der Menschenwürde. Unter Verweis auf ein Gespräch mit einem ehemaligen hochrangigen Beamten, der auf seine Warnung geantwortet habe: „Wir dürfen keine Wilden sein!“, stellte der Bischof fest: „Leider existiert diese ‚wilde‘ Praxis und breitet sich bis heute aus.“

Die Berufung des Arztes – Verlängerung der Güte Gottes

In seiner Ansprache an die anwesenden Mediziner umriss der Bischof ein hohes Verständnis ihres Berufs: „Die Hände des Arztes sind berufen, eine Verlängerung der Güte Gottes zu sein, und kein Werkzeug des Todes. Die Augen des Arztes sind berufen, den schöpferischen Blick Gottes auf den Menschen widerzuspiegeln. Das Wort des Arztes ist berufen, ein Echo der Worte des Erlösers zu werden. Das Herz des Arztes ist berufen, eine Quelle der Hoffnung und der Kraft für alle zu sein, die durch Krankheit, Verzweiflung und Todesangst geschwächt sind.“

Der Hierarch drückte den Medizinern und Sanitätern, die an der Front und in frontnahen Gebieten dienen, seine Dankbarkeit und gebetsvolle Unterstützung aus und erinnerte an jene Ärzte, die ihr Leben bei der Rettung anderer geopfert haben: „Niemand hat eine größere Liebe, als wer sein Leben für seine Freunde hingibt“ (Joh 15,13).

Die Gabe des Zuhörens als Berufung

Zum Abschluss der Predigt wünschte Bischof Bohdan den Medizinern die besondere Gabe des Zuhörens: das Zuhören gegenüber dem Patienten, das den Weg zu Heilung und Vertrauen öffnet; das Zuhören auf das eigene Gewissen, das „vom Licht der göttlichen Wahrheit erleuchtet ist“; und vor allem das Zuhören auf Gott – den „Geber des Lebens“. „Nur wer Gott zuhören kann, wird in der Lage sein, bis zum Ende ein treuer Diener des menschlichen Lebens zu bleiben“, resümierte der Bischof.

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