Bischof Dr. Bohdan Dzyurakh leitete ein Gebet für einen gerechten Frieden in der Ukraine im Wallfahrtszentrum Maria Roggendorf
14. März 2026
Am 13. März 2026 nahm Bischof Dr. Bohdan Dzyurakh, Apostolischer Exarch für die Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und Skandinavien, auf Einladung des Ordens des heiligen Benedikt an der monatlichen Wallfahrt im Wallfahrtszentrum Maria Roggendorf in Österreich teil und leitete dort das Gebet mit den Pilgern. Gemeinsam beteten die Teilnehmer der Wallfahrt für einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine sowie für die Bekehrung Russlands.

In seinem Wort an die Pilger dankte der Apostolische Exarch dem Rektor des Heiligtums, P. Josef Haspel, für die Einladung und hob die besondere geistliche Atmosphäre dieses Gebetsortes hervor.
„Ich freue mich sehr, heute hier bei Ihnen zu sein und dieses Gebet mit Ihnen teilen zu dürfen. Ich danke Pater Josef ganz herzlich für die freundliche Einladung, die monatliche Wallfahrt zur Heiligen Jungfrau Maria zu leiten, deren Gnadenbild an diesem heiligen Ort Roggendorf verehrt wird. Hier atmet alles die Gnade Gottes, denn alles ist erfüllt von der Gegenwart Gottes und vom Gebet der Gläubigen, das wir durch die mütterlichen Hände und das unbefleckte Herz der heiligen Theotokos vor den Thron des Allmächtigen bringen.“
In seiner geistlichen Betrachtung über die Bedeutung des Kreuzes im christlichen Leben betonte der Bischof, dass das Kreuz auch in Zeiten des Leidens ein Zeichen der Liebe Gottes und der Hoffnung bleibt.
„Gerade das Kreuz des Herrn ist das Zeichen dieser Neuheit. Denn das Kreuz ist die Offenbarung der ewigen, selbstlosen und treuen Liebe Gottes zu seinen Kindern – zu allen ohne Ausnahme, auch zu denen, die sich durch ihre Sünden von ihm entfernt haben.“
Der Bischof erinnerte die Anwesenden auch an die Ereignisse der Revolution der Würde in der Ukraine, deren Zeuge er persönlich war, und sprach über die geistliche Kraft des Gebetes, das die Menschen während der Proteste auf dem Maidan getragen hat.
„Ich erinnere mich an den Dezember 2013, als in Kyjiw die friedlichen Proteste begannen, die später ‚Revolution der Würde‘ genannt wurden. Damals hat unsere Kirche eine schicksalhafte Entscheidung getroffen: bei den Menschen auszuharren. Ich selbst habe auf dem Maidan mehrmals gebetet und Gottesdienste in einem Zelt bei minus zwanzig Grad Celsius gefeiert. Jede Stunde stieg ein Rosenkranzgebet zum Himmel empor. Auf der Bühne standen ständig ein Kreuz und eine Statue der Muttergottes von Fatima. In diesen Monaten haben wir auf dem Maidan Hunderttausende Rosenkränze an die Menschen verteilt. Später sagten die Einwohner von Kyjiw: ‚Auf dem Maidan haben wir gelernt zu beten.‘“
Mit Blick auf den gegenwärtigen Krieg betonte der Bischof, dass die Welt trotz des großen Leidens des ukrainischen Volkes auch die Kraft der Liebe, der Opferbereitschaft und der Solidarität wahrnimmt.
„Die Zeiten, in denen wir leben, sind Zeiten großer Prüfungen und großen Leidens, aber auch Zeiten großer Liebe. Diese Liebe zeigt sich in der Selbstaufopferung unserer Verteidigerinnen und Verteidiger an der Front, in der Opferbereitschaft unserer Freiwilligen, Ärzte und Kapläne und in der Gastfreundschaft und solidarischen Unterstützung, die unser Volk von Millionen Menschen guten Willens auf der ganzen Welt erfahren hat – auch hier in Österreich.“
Bischof Dr. Bohdan Dzyurakh dankte den österreichischen Gläubigen für ihre Unterstützung der Ukraine.
„Für diese Liebe möchten wir, die hier anwesenden Kinder des ukrainischen Volkes, Ihnen, unseren lieben Brüdern und Schwestern in Christus, von Herzen ‚Vergelt’s Gott!‘ sagen.“
Zugleich brachte der Bischof seine Hoffnung auf einen gerechten Frieden zum Ausdruck.
„Ja, wir glauben fest daran, dass – so wie das Kreuzesopfer Christi den Frieden gebracht hat – auch die Frucht dieser treuen Liebe eines Tages Gottes ersehnten Frieden bringen wird: einen gerechten und dauerhaften Frieden und Versöhnung.“
Zum Abschluss rief der Bischof die Pilger dazu auf, ihre Hoffnung nicht zu verlieren und ihre Gebete der Fürsprache der Gottesmutter anzuvertrauen.
„Vielleicht sehen wir heute noch keinen Lichtblick des Friedens. Versöhnung zwischen verfeindeten Völkern scheint heute kaum vorstellbar. Doch was den Menschen unmöglich erscheint, ist für Gott möglich.“
Nach dem Gebet wurde der Name von Bischof Dr. Bohdan Dzyurakh in das Buch eingetragen, in dem alle verzeichnet werden, die im Wallfahrtszentrum Maria Roggendorf die monatlichen Gottesdienste leiten.















