„Die christliche Antwort auf soziale Herausforderungen beginnt mit der Verwandlung des Herzens“ – Bischof Bohdan bei europäischer Tagung in Rom

25. September 2026

Vom 22. bis 24. September fand in Rom eine von der Sektion für soziale Fragen der CCEE-Kommission für Sozialpastoral organisierte Tagung zu den aktuellen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen Europas statt. Unter dem Thema „Wirtschaft, soziale Gerechtigkeit und Solidarität zwischen den Völkern“ kamen Vertreterinnen und Vertreter der Bischofskonferenzen Europas zusammen, um aktuelle sozialökonomische Fragen im Lichte der katholischen Soziallehre zu erörtern. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Bischof Bohdan Dzyurakh, dem Vorsitzenden der CCEE-Kommission für Sozialpastoral, und Bischof János Székely, dem Leiter der Sektion für soziale Fragen.

„Die christliche Antwort auf soziale Herausforderungen beginnt mit der Verwandlung des Herzens“ – Bischof Bohdan bei europäischer Tagung in Rom

Zu den Referierenden gehörten unter anderem Sr. Alessandra Smerilli (FMA), Präfektin des Dikasteriums zur Förderung der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen, Pfr. Marco Pagniello, Direktor von Caritas Italiana, sowie Prof. Paolo Garonna, Präsident der Stiftung „Centesimus Annus Pro Pontifice“.

Bischof Bohdan: Die christliche Antwort auf soziale Herausforderungen beginnt mit der Verwandlung des Herzens

Im Rahmen der Tagung hielt Bischof Bohdan Dzyurakh während einer Heiligen Messe anlässlich des Gedenktags des Heiligen Pater Pio von Pietrelcina die Predigt.


Ausgehend von der Gestalt des Heiligen Pater Pio beleuchtete der Bischof drei Dimensionen von dessen Berufung: als Mönch, Priester und Beichtvater. Über diese drei Aspekte des ordens- und priesterlichen Dienstes schlug der Prediger den Bogen zu den aktuellen sozialen Fragen europäischer Gesellschaften.

Mit Blick auf das klösterliche Leben von Pater Pio hob Bischof Bohdan das christliche Verständnis von Armut als innere Freiheit hervor, die den Menschen von der Bindung an materielle Güter befreie und ihn zu großzügigem Dienst und Solidarität befähige: „Das wahre Glück liegt nicht im Anhäufen von Gütern und deren egoistischem Konsum, sondern in der inneren Freiheit und Großherzigkeit des Herzens, die uns fähig machen, zu teilen und den Brüdern großzügig zu dienen.“

Bezüglich der priesterlichen Berufung hob er die eucharistische Dimension des christlichen Lebens hervor. Die Eucharistie wandle nicht nur die Gaben, sondern sei berufen, die Christen selbst zu verwandeln, damit sie zu einem Geschenk für die Welt werden: „Unsere eucharistische Existenzweise kann dazu beitragen, die Gesellschaft von innen heraus durch die Verwandlung des Herzens zu erneuern, die der Heilige Geist bewirkt: eine Existenz, die als Geschenk angenommen und als Geschenk zurückgegeben wird; eine Existenz, die zu Dienst, Teilen und Hingabe wird – mit einem Wort: eine gelebte Eucharistie.“

Besondere Aufmerksamkeit widmete Bischof Bohdan dem Dienst im Beichtstuhl. Das Sakrament der Beichte stellte er als den Ort dar, an dem eine tiefgreifende Erneuerung des menschlichen Lebens und in der Folge der Gesellschaft ihren Anfang nehme. Unter Bezugnahme auf die Worte von Papst Franziskus bei dessen Besuch in San Giovanni Rotondo im Jahr 2018 betonte Bischof Bohdan, dass in der Beichte „das Leben beginnt, in dem wir geliebt und vergeben werden, und genau dort die Heilung des Herzens anhebt.“

In diesem Zusammenhang ging der Bischof auch auf die Verantwortung politischer und gesellschaftlicher Führungskräfte ein. Er erinnerte an seine Seelsorge in Kyjiw, wo ein ehemaliger Politiker die Kirchen dazu aufgerufen hatte, Politikern bei der Ausübung ihres Dienstes zu helfen. Bischof Bohdan unterstrich, dass Autorität in der Kirche als Dienst verstanden werde und dass echter Dienst am Gemeinwohl eine innere Bekehrung des Menschen voraussetze.

Zusammenfassend betonte Bischof Bohdan den Zusammenhang zwischen der geistlichen Erneuerung des Menschen und gesellschaftlichen Veränderungen: „Die Verwandlung der Gesellschaft führt vor allem über die Bekehrung des menschlichen Herzens. Wir können keine neuen Beziehungen aufbauen ohne innerlich erneuerte Männer und Frauen; wir können keine gerechte Gesellschaft aufbauen ohne Menschen, die zu Wahrheit, Vergebung, Solidarität und Hingabe fähig sind.“

Die Europäische Tagung in Rom bot den Vertretern der Kirchen des Kontinents die Gelegenheit zum gemeinsamen Nachdenken über wirtschaftliche Gerechtigkeit, Solidarität, Menschenwürde und die Verantwortung für das Gemeinwohl.

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