Forum für Familienpastoral in Bamberg

23. Juni 2026

Am 20. Juni fand in der ukrainischen Personalpfarrei Hl. Johannes der Täufer in Bamberg das Forum des Südwestdekanats des Apostolischen Exarchats zum Thema „Die christliche Familie: Werte, Tradition, aktueller Stand, Herausforderungen und Perspektiven“ statt.

Forum für Familienpastoral in Bamberg

An dem Forum nahmen 30 Delegierte aus den Pfarreien des Südwestdekanats, Priester und Laien teil, die gemeinsam nach Antworten auf die aktuellen Herausforderungen suchten, vor denen die ukrainische Familie angesichts des Krieges, der erzwungenen Emigration und des Lebens in der Diaspora steht.

Die Veranstaltung begann mit der Göttlichen Liturgie, die von Dekan Ivan Sokhan in Konzelebration mit den Priestern des Dekanats geleitet wurde. In seiner Predigt zum Tagesevangelium (Mt 8,5–13) wies der Dekan darauf hin, dass die Familie, ihre Mitglieder und die Beziehungs- und Erlebnisdynamik in ihr im Zentrum des Evangeliums sowie der Lehre und des Handelns Jesu stehen und durch einen persönlichen und individuellen Zugang zu jeder Situation gekennzeichnet sind. „Genau aus diesem Grund haben wir uns heute hier versammelt, um gemeinsam, auf den Ruf der Kirche hin und vom Heiligen Geist geleitet, zuzuhören und zur Stimme der Familien unserer Pfarreien und unseres Dekanats zu werden“, sagte der Priester. Nach dem gemeinsamen Gottesdienst trugen die Teilnehmer das Buch des Heiligen Evangeliums in einer feierlichen Prozession in den Sitzungssaal, um zu betonen, dass das Wort Gottes die Grundlage aller kirchlichen Überlegungen und Entscheidungen bildet.

Das Programm des Forums umfasste ein gemeinsames Gebet, Plenarvorträge, Arbeit in Kleingruppen, die Präsentation der Ergebnisse sowie die Wahl der Delegierten für das Gesamtkirchliche Forum der UGKK.

Zu Beginn wurde ein Grußwort von Bischof Bohdan verlesen, in dem der Apostolische Exarch betonte, dass sich die ukrainische Familie heute im Zentrum der historischen Ereignisse befinde. Es seien die Familien, die diejenigen großgezogen haben, die heute die Freiheit der Ukraine verteidigen, während sie gleichzeitig die schwere Last des Krieges, des Verlusts der Heimat, der Zwangsmigration und der psychologischen Wunden tragen. Der Bischof rief die Anwesenden dazu auf, aufmerksam darauf zu hören, „wie das Herz der ukrainischen Familie schlägt“, um als Kirche jeder Familie noch besser dienen zu können.

Ein wichtiges Element des Forums war der Vortrag der Psychologin Mariia Trakalo, der sich mit dem psychologischen und spirituellen Zustand ukrainischer Familien in der Ukraine und im Ausland befasste. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Folgen des Krieges, langanhaltender Trennung, Zwangsemigration und der Notwendigkeit gewidmet, spirituelle Begleitung mit professioneller psychologischer Hilfe zu verbinden. Dieses Thema stand im Einklang mit der Botschaft der Bischofssynode der UGKK, die die Bedeutung der Unterstützung von Familien hervorhebt, die Verluste, Vertreibung, Verletzungen oder andere Kriegsfolgen erleiden.

Der dritte Programmvortrag widmete sich der Zusammenfassung der grundlegenden Dokumente der UGKK zur Familienpastoral. Die Teilnehmer machten sich mit der Strategie der Familienpolitik der UGKK, den Beschlüssen der Bischofssynode 2025, dem synodalen Schreiben „In der Hoffnung ausdauernd, in der Liebe stark“ sowie mit dem Bericht der Kommission für Laien und Familie des Apostolischen Exarchats über die Pastoral für ukrainische Familien in Deutschland und Skandinavien vertraut. Der zentrale Gedanke des Vortrags war die Erkenntnis, dass die Familie eine „Hauskirche“ ist und ihre Begleitung eine der Prioritäten des heutigen kirchlichen Dienstes bleiben muss.

Nach dem Mittagessen, das von den Gemeindemitgliedern der Bamberger Pfarrei zubereitet worden war, begannen die Teilnehmer in drei Gruppen zu arbeiten. Gemäß den Empfehlungen der Organisatoren wählte jede Gruppe einen Moderator und einen Sekretär, diskutierte zunächst die gehörten Vorträge und analysierte anschließend den aktuellen Stand der Familienpastoral. Die Delegierten identifizierten Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken und formulierten konkrete Vorschläge für die Entwicklung der Familienpastoral auf Pfarr-, Dekanats- und Exarchatsebene.

Zusammenfassend präsentierten die Moderatoren die Ergebnisse der Gruppendiskussionen, die als Beitrag des Südwestdekanats in die gesamtexarchale und gesamtkirchliche Diskussion über Fragen der Familienpastoral einfließen werden. Zudem fanden die Wahlen der Dekanatsvertreter für das Gesamtkirchliche Forum der UGKK statt, das im Oktober dieses Jahres abgehalten wird.

Zum Abschluss des Forums wandten sich die Teilnehmer im Gebet des gerechten Metropoliten Andrej Scheptyzkyj für die ukrainische Familie an den Herrn und baten um Gottes Segen für die Eltern, Kinder, Priester und das gesamte ukrainische Volk. Zum Abschied erhielt jeder Delegat ein symbolisches Andenken – eine Ikone der Allerheiligsten Gottesmutter als Beschützerin des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod – sowie Wachskerzen von ukrainischen Imkern.

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