„Habt Mut und steht auf!“ – Ukrainische Gemeinde nahm am Abschluss der Kilianiwoche in Würzburg teil
14. Juli 2026
Am Sonntag, den 12. Juli, nahm die ukrainische griechisch-katholische Gemeinde aus Würzburg und Umgebung an der feierlichen Heiligen Messe im Kiliansdom in Würzburg teil, die traditionell die Kilianiwoche – das größte Kirchenfest der Diözese Würzburg – abschließt. Unter dem Leitwort „Habt Mut, steh auf!“ stand die Feier im Zeichen der Einheit der Kirche in der Vielfalt der Völker und Kulturen. An dem Gottesdienst unter dem Thema „Eine Kirche – viele Sprachen“ beteiligten sich muttersprachliche Gemeinden aus verschiedenen Ländern, die gemeinsam in unterschiedlichen Sprachen beteten und so den universellen Charakter der katholischen Kirche darstellten.

Die Pilger aus Bamberg brachen bereits am Morgen nach Würzburg auf. Auf dem Weg beteten sie den Rosenkranz für persönliche Anliegen, die Ukraine, den Weltfrieden und die Anliegen der ukrainischen Gemeinden. Die Teilnehmer befassten sich zudem mit dem Leben und dem Martyrium des heiligen Kilian – eines irischen Missionars, der vor über 1300 Jahren das Evangelium nach Franken brachte und für seine Treue zu Christus starb. Sein Beispiel bot Gelegenheit zur Reflexion über das eigene christliche Zeugnis in der heutigen Welt.
Die ukrainische Gemeinde beteiligte sich aktiv an der Heiligen Messe. Die Ministranten assistierten bei der Prozession mit dem Prozessionskreuz und den Rapiden und repräsentierten die ukrainische Kirchentradition. Ein ukrainischer Chor sang das „Halleluja“, zudem wurde die zweite Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser (Eph 5,8–14) in ukrainischer Sprache vorgetragen. Die Worte des Apostels bildeten den Schwerpunkt des Gottesdienstes: „Einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Lebt als Kinder des Lichts! Wach auf, du Schläfer, hab Mut und steh auf!“
In den Fürbitten betete die Gemeinde für einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine, im Nahen Osten und weltweit. Die Gläubigen baten um Kraft für die vom Krieg Betroffenen, um Trost für die Trauernden sowie um die Bekehrung derer, die Unrecht tun, und darum, selbst Werkzeuge des Friedens, der Versöhnung und der Hoffnung zu werden. Diese Fürbitte war der ukrainischen Gemeinde von den Organisatoren anvertraut worden.
Bei der Gabenprozession brachten Vertreter der ukrainischen Gemeinde eine symbolische Friedenstaube auf blau-gelbem Grund zum Altar und überreichten sie dem Bischof von Würzburg, Franz Jung, als Symbol für das Gebet des ukrainischen Volkes für Frieden, Freiheit und Menschenwürde. Diese Geste verdeutlichte die Verbundenheit der Kirche mit der Situation in der Ukraine.
Die Heilige Messe wurde vom Bischof von Würzburg, Franz Jung, in Konzelebration mit Priestern der Diözese und den Seelsorgern der muttersprachlichen Gemeinden gefeiert. Unter den Konzelebranten war auch der Seelsorger der ukrainischen Gemeinde, Dekan Ivan Sokhan.
In seiner Predigt rief Bischof Franz Jung dazu auf, als Kinder des Lichts zu leben. Er betonte, das Licht Christi helfe dabei, das Gute zu erkennen, dem Bösen entgegenzutreten und nicht gleichgültig gegenüber Ungerechtigkeit zu bleiben. Vielmehr solle die Veränderung im eigenen Leben, in der Familie und der Gemeinschaft beginnen. Er wies darauf hin, dass Gleichgültigkeit ein wesentliches Hindernis für das Gute sei, weshalb Christen aufgerufen seien, aktiv zu werden. Zum Abschluss wiederholte der Bischof den Leitgedanken des Treffens: „Habt Mut und steht auf! Dann wird Christus euer Licht sein.“
Nach dem Gottesdienst setzten die Gemeinden die Begegnung auf dem Domplatz fort. Die ukrainische und die kroatische Gemeinde boten an Ständen traditionelle Nationalgerichte und Backwaren an. Die Begegnung bot Gelegenheit zum Austausch und zum Kennenlernen der jeweiligen Kulturen. Sämtliche Spenden, die am ukrainischen Stand gesammelt wurden, gehen an einen Hilfsfonds zur Unterstützung der Ukraine.
Foto: POW, Kerstin Schmeiser-Weiß














