Im Apostolischen Exarchat hat eine regionale liturgisch-musikalische Schulung begonnen

20. Mai 2026

Vom 14. bis 17. Mai fand in der Benediktinerabtei St. Mauritius in Niederaltaich (Deutschland) im Rahmen der liturgisch-musikalischen Schulung „Erneuerung des liturgischen Lebens in der Pfarrei: Schwierigkeiten und Perspektiven“ das erste regionale Modul des Projekts unter dem Titel „Es ist gut, den Herrn zu preisen“ statt. Initiiert wurde die Schulung von der Liturgiekommission des Apostolischen Exarchats für die Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und Skandinavien in Zusammenarbeit mit dem Liturgiezentrum „Peredannja“ (dt.: „Überlieferung“).

Im Apostolischen Exarchat hat eine regionale liturgisch-musikalische Schulung begonnen

Die Veranstaltung brachte 22 Kantoren, Sänger und aktive Laien aus den Pfarreien des Exarchats zusammen, die ihr Wissen im Bereich des liturgischen Gesangs und der byzantinischen spirituellen Tradition vertiefen möchten.

Während des viertägigen Intensivkurses hatten die Teilnehmer des Workshops die Gelegenheit, wertvolle theoretische und praktische Erfahrungen im Bereich des Kirchengesangs und der liturgischen Tradition zu sammeln sowie aktuelle Schwierigkeiten und Herausforderungen des Dienstes in den Pfarreien zu reflektieren und zu diskutieren.

Ein wichtiger Bestandteil des Workshops war die Verbesserung der praktischen Fähigkeiten im Kirchengesang, die Erweiterung des Repertoires und das Studium des Gesangserbes der Kyjiw-Halytscher Tradition. Diesmal schlossen sich dem Projekt viele neue Teilnehmer an. Die praktischen Übungen fanden sowohl im gemeinsamen Format als auch in kleineren Gruppen statt, was die Möglichkeit bot, an der Gesangstechnik, der liturgischen Kultur und einem tieferen Verständnis der Texte zu arbeiten.

Die Organisatoren des Workshops teilten den wertvollen theologischen Gehalt der liturgischen Überlieferung der Kirche. Bei diesem Modul lag das Hauptaugenmerk auf ausgewählten Gesängen der Göttlichen Liturgie, den Melodien der Kirchentöne, dem Studium des byzantinischen Hymnos Akathistos an die Allheiligste Gottesmutter und vielem mehr. Die Teilnehmer hatten auch die Gelegenheit, die notwendigen theoretischen und praktischen Grundlagen des Gesangs und der Musiktheorie tiefer kennenzulernen.

Im Rahmen der Veranstaltung hörten die Teilnehmer Vorträge im Bereich des Kirchengesangs und der liturgischen Theologie:

– „Der Mensch als beseeltes Instrument des Schöpfers“ – Nadiya Martynyv, Musikwissenschaftlerin;
– „Die Gottesmutter in der byzantinischen liturgischen Tradition: liturgische Titulierung und Verehrung“ – Hieromönch Luka Mykhailovych, Leiter des Liturgiezentrums „Peredannja“;
– „Der Akathistos an die Allheiligste Gottesmutter: Geschichte und Theologie“ – P. John Reeves (Österreich);
– „Ursprung und frühe Entwicklung der christlichen Hymnographie in der byzantinischen Musiktradition“ – Dr. Ivan Mishchenko.

Während des abendlichen Austauschs schaltete sich Bischof Bohdan online zu den Teilnehmern. Er wandte sich mit einem geistlichen Leitwort an die Anwesenden, teilte seine Überlegungen zur Entwicklung des Kirchengesangs im Exarchat und skizzierte die Perspektiven für die weitere Arbeit.

Nach Niederaltaich reiste auch Pfr. Andriy Chmyr, der als neu ernannter Leiter der Liturgiekommission des Exarchats zum ersten Mal an der Veranstaltung teilnahm. Während der Predigt bei der Göttlichen Liturgie teilte er seine eigenen Erfahrungen aus der Teilnahme am Workshop und betonte die Wichtigkeit der Zusammenarbeit im Bereich des Kirchengesangs.

Besonders wertvoll war die spirituelle Dimension des Treffens. Nach Ansicht der Teilnehmer war der Workshop eine gute Gelegenheit für innere Bereicherung, persönliches Wachstum, herzliche Begegnungen und professionellen Austausch. Das liturgische Gebet der Teilnehmer wurde gemeinsam mit den Brüdern des Klosters in der byzantinischen Kirche zu Ehren des Heiligen Nikolaus des Wundertäters in zwei Sprachen – Ukrainisch und Deutsch – gefeiert.

Wichtig ist auch der Veranstaltungsort aufgrund seiner spirituellen Verbindung zur Ukraine und zur Ukrainischen Kirche. Der selige Märtyrerpriester Petro Werhun war Oblate des Klosters in Niederaltaich unter dem Namen Pachomius und hatte die Absicht, in dieses Kloster einzutreten. Es ist symbolisch, dass die ukrainischen Sänger gerade am Gedenktag des Ehrwürdigen neben den Reliquien des Glaubenszeugen beteten und sich vom Beispiel seines Dienstes inspirieren ließen.

Mit dem Kloster ist auch der Name des bekannten ukrainischen Ikonenmalers Filotej Koz verbunden, eines Mönchs der Heiligen Himmelfahrts-Lavra von Uniw, der einige Zeit in diesem Kloster wirkte und der Autor von vier Ikonen für die Ikonostase der Hauptkirche des Klosters zu Ehren des Heiligen Nikolaus des Wundertäters ist. Die erwähnte Abtei bleibt auch heute ein besonderer Ort der Begegnung der Traditionen des Ostens und des Westens.

Zum Abschluss erhielten alle Teilnehmer Zertifikate, die die erworbenen Kenntnisse und die Teilnahme an diesem liturgisch-musikalischen Projekt bestätigen.

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