Über 50 Katechetinnen und Katecheten erhalten in München die kanonische Sendung für ihren Dienst
29. September 2026
Vom 25. bis 27. September fand an der Kathedrale Maria Schutz und Hl. Apostel Andreas in München eine Formationsbegegnung für Katechetinnen und Katecheten statt, an der über 50 Personen aus verschiedenen ukrainischen griechisch-katholischen Gemeinden in Deutschland und Skandinavien teilnahmen. Drei Tage des Gebets, des Lernens, der gemeinsamen Arbeit und des offenen Dialogs waren der Berufung des Katecheten sowie der Weiterentwicklung des katechetischen Dienstes im Apostolischen Exarchat gewidmet.

Die Begegnung bot Gelegenheit zur Vertiefung praktischer Fertigkeiten sowie zur Reflexion über die gemeinsame Aufgabe, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Begegnung mit Christus im Glauben zu ermöglichen. Das Treffen begann mit einem Kennenlernen und dem gemeinsamen Gebet. Ein geistlicher Akzent war eine Gebetswache zu Ehren der seligen Josafata, der Schutzpatronin der Katecheten, geleitet von Pfr. Markiian-Illia Mykytchyn und Dmytro Vytivskyi.
Als Referierende arbeiteten Iryna Hirniak, Sr. Mykolaia Stepas und Nazar Duda mit den Teilnehmenden. Sie behandelten Themen der katechetischen Berufung, didaktische Materialien für verschiedene Altersgruppen, den Aufbau der katechetischen Schulen sowie praktische Methoden der Glaubensunterweisung.
Offenes Gespräch mit Bischof Bohdan
Ein zentraler Programmpunkt war der direkte Austausch der Teilnehmenden mit Bischof Bohdan Dzyurakh, dem Apostolischen Exarchen für die Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und Skandinavien.
In dem Gespräch wurden aktuelle Fragen des katechetischen Dienstes in den Gemeinden erörtert. Die Teilnehmenden sprachen über praktische Herausforderungen in den Pfarreien, darunter den Mangel an Räumlichkeiten und Seelsorgern, die systematische Katechese für unterschiedliche Altersstufen, die Fortbildung der Katecheten, die Kommunikation zwischen den Pfarreien und dem Exarchat sowie die Einbindung von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Männern in das kirchliche Leben.
Einen breiten Raum nahm die Frage nach der Verantwortung für die Zukunft der ukrainischen Kirchengemeinden in Deutschland ein. Neben der Feier des Gottesdienstes bilden die Pfarreien einen wichtigen Ort zur Entfaltung christlicher und kultureller Identität. Vor diesem Hintergrund kommt dem Dienst der Katecheten eine besondere Bedeutung bei der Begleitung von Familien und der Weitergabe des Glaubens an die nächste Generation zu.
Katechese als lebensbegleitender Prozess
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Ausbau der Katechese in den ukrainischen Gemeinden in Deutschland und Skandinavien. Dabei wurde hervorgehoben, dass sich der katechetische Dienst nicht auf die Vorbereitung von Kindern auf die Erste Beichte und die Heilige Kommunion beschränken darf.
Katechese sei vielmehr als ein Weg zu verstehen, der Menschen in allen Lebensphasen begleitet – von der Kindheit über das Jugend- bis hin zum Erwachsenenalter. Ziel sei die Vertiefung der persönlichen Gottesbeziehung und das Gelebthaben des Glaubens im Alltag.
In diesem Zusammenhang wurden Formate der Erwachsenen- und Familienkatechese, Bibelkreise, die Vorbereitung auf die Sakramente, Online-Treffen, die Arbeit mit dem Katechismus sowie die mystagogische Einführung in die Göttliche Liturgie erörtert. Zudem stellte Bischof Bohdan Dzyurakh eine neue zweisprachige Arbeitshilfe zur Vorbereitung von Kindern auf die Erste Beichte und die Heilige Kommunion vor.
Erfahrungsaustausch und Gemeinschaft
Neben den inhaltlichen Einheiten bot die Begegnung Raum für den persönlichen Austausch über praktische Fragen des Unterrichts, methodische Zugänge und bewährte Praxisbeispiele aus den einzelnen Gemeinden.
In der Predigt während der Göttlichen Liturgie am Sonntag griff Pfr. Andrii Vytivskyi, der Leiter der Bibel- und Katechese-Kommission, das Evangelium von der Berufung des Apostels Petrus auf. Er zog Parallelen zur Arbeit der Katecheten und ermutigte dazu, auch in Phasen von Ermüdung oder Zweifeln auf das Wort Christi zu vertrauen.
Gedenken an das kirchliche Erbe
Im Rahmen des Programms feierten die Teilnehmenden eine Pannychyda am Grab von Bischof Platon Kornyljak, dem ersten Apostolischen Exarchen für die ukrainischen Katholiken in Deutschland.
Zudem wurde auf das bevorstehende Jubiläumsjahr im Zusammenhang mit dem Seligen Hieromärtyrer Petro Werhun hingewiesen. Anlässlich von 120 Jahren seelsorglicher Präsenz der UGKK in Deutschland, 100 Jahren seit dem Eintreffen von Pfr. Petro Werhun in Deutschland und 60 Jahren seit seinem Heimgang hat die Bibel- und Katechese-Kommission Materialien für den Unterricht und die Seelsorge erarbeitet.
Verleihung der kanonischen Sendung
Zum Abschluss feierten die Teilnehmenden gemeinsam mit Bischof Bohdan Dzyurakh die Göttliche Liturgie. In seiner Ansprache dankte der Bischof den Katechetinnen und Katecheten für ihren Dienst in der Kirche und betonte ihre Aufgabe bei der Verkündigung des Evangeliums.
Bischof Bohdan hob hervor, dass Christus der Ausgangspunkt und die Mitte jedes katechetischen Dienstes bleibe: „Nicht Sie sollen an erster Stelle stehen in diesem Dienst. Es ist Jesus, der durch Ihr Leben predigen soll. Sie müssen an zweiter Stelle stehen. Der Anfang und die Quelle Ihres Dienstes ist Christus, und Ihre Lehre ist nicht Ihre eigene, sondern Gottes Lehre.“
Der Bischof ermutigte die Teilnehmenden zur Vertiefung ihres geistlichen Lebens durch das tägliche Lesen der Heiligen Schrift und den ständigen Sakramentenempfang.
Die Formationsbegegnung schloss mit der feierlichen Überreichung der kanonischen Sendung (Missio canonica) für den katechetischen Dienst durch Bischof Bohdan Dzyurakh sowie der Übergabe der Diplome an die Absolventinnen und Absolventen der Ukrainischen Katholischen Universität in Lwiw.










































