Bischof Bohdan weiht neue Ikonostase in der ukrainischen Gemeinde in Düsseldorf

7. September 2026

Am 6. August feierte Bischof Bohdan Dzyurakh, der Apostolische Exarch für die Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und den skandinavischen Ländern, die Weihe der neuen Ikonostase in der ukrainischen griechisch-katholischen Gemeinde in Düsseldorf. Es handelt sich um die erste Weihe einer bebilderten Ikonostase in der neueren Geschichte der Gemeinde.

Bischof Bohdan weiht neue Ikonostase in der ukrainischen Gemeinde in Düsseldorf

Historisches Ereignis für die Gemeinde

In seiner Ansprache wies der Bischof darauf hin, dass die letzte Weihe dieser Art in den ukrainischen Gemeinden Deutschlands in den Nachkriegsjahren stattfand. Damals bauten die durch den Krieg geprägten ukrainischen Emigranten ihr kirchliches Leben in Deutschland auf, während sich ihre Heimat unter sowjetischer Herrschaft befand. Er erinnerte daran, dass ähnliche Weihen in den Kirchen der UGKK in Neu-Ulm, Hamburg, Krefeld, Bielefeld sowie in der Münchner Kathedrale stattfanden, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert.

„Heute setzt sich der Krieg gegen unser Volk fort. Aber wir hier wollen auf diesem freien, gastfreundlichen deutschen Boden unser nationales und kirchliches Leben im Glauben gestalten“, betonte der Bischof.

Geistliche Bedeutung der Ikonostase und Ikonen

Bischof Bohdan Dzyurakh erläuterte zudem die theologische Bedeutung der Ikonostase. Diese trenne die Gläubigen nicht vom Allerheiligsten, sondern lade sie zur Gemeinschaft mit Gott ein. Das Öffnen der Königstür durch den Priester sei ein Zeichen der Einladung: Die Pforte des Himmels stehe jedem offen, der sich Gott zuwende. Die Ikonostase lade die Gläubigen zum Tisch des Wortes Gottes, zur Feier der Eucharistie und zur Gemeinschaft der Heiligen ein, die auf der Ikonostase aller Heiligen des ukrainischen Volkes dargestellt sind.

Licht inmitten von Zerstörung

Der Bischof wies auf ein Merkmal der ostkirchlichen Ikonographie hin, bei dem Ikonen im Gegensatz zur westlichen Malerei keine Schatten aufweisen. Dies sei ein theologisches Symbol dafür, dass die Ikone den Menschen in einem geheiligten, durch das göttliche Licht verwandelten Zustand darstelle. Dies entspreche dem Sinn des Sakraments der Taufe, das auch als Sakrament der Erleuchtung bezeichnet wird. In diesem Zusammenhang verwies der Bischof auf die Ikonendarstellung des heiligen Wolodymyr, des Täufers der Ukraine, der das ukrainische Volk mit dem Licht des Evangeliums erleuchtet habe. Dieses Licht brenne seit über tausend Jahren und könne durch keine Dunkelheit ausgelöscht werden.

Zudem zog der Bischof eine Parallele zu den gegenwärtigen Herausforderungen: „Während der Feind Gotteshäuser ohne Rücksicht auf Konfessionen und Religionen zerstört, bauen wir hier auf. Wir bauen Kirchen, errichten Ikonostasen neu, aber das Wichtigste ist: Wir bauen die Tempel der menschlichen Seelen.“

Aufruf zur Treue und Liebe

Mit Bezug auf das sonntägliche Evangelium über die zwei wichtigsten Gebote der Liebe zu Gott und zum Nächsten erklärte der Bischof, dass auf ihnen das Fundament eines jeden menschenwürdigen Lebens beruhe. Er sprach zudem die Probleme des Krieges und der Korruption in der Ukraine an: „Die Korruption, die unser Volk schädigt, ist nicht die Ursache unserer nationalen Nöte, sondern die Folge einer tieferen Verfehlung des menschlichen Herzens. Wenn Menschen Gott vergessen, beginnen sie, Menschenrechte, Menschenwürde, Gerechtigkeit und selbst das Leben zu missachten. Dies geschieht, weil sich die Menschen von Gott abwenden und jene beiden Gebote vernachlässigen, auf denen alle Gesetze ruhen.“

Gleichzeitig rief der Bischof dazu auf, nicht zu verzweifeln, sondern am Licht der göttlichen Wahrheit und Liebe festzuhalten, und verwies auf das Beispiel von Soldaten, Freiwilligen und Medizinern: „In unserem Volk gibt es weiterhin viel Licht. Dieses göttliche Licht ist in unseren Heiligen präsent, die für unser Volk bitten und beten. Dieses Licht leuchtet im Leben unserer Verteidiger und Verteidigerinnen, der Freiwilligen, Mediziner und Kapläne sowie aller Menschen guten Willens, die uns unterstützen und uns helfen standzuhalten.“

Schlusswort: Der Sieg des Lichts Christi

Zum Abschluss wies Bischof Bohdan Dzyurakh auf das Fundament des Sieges hin, das in der Auferstehung Christi liege, dessen Licht in der Dunkelheit leuchtet und von ihr nicht erfasst wurde. Die Weihe der Ikonostase sei somit eine Erinnerung daran, dass das göttliche Licht die Grundlage für die Überwindung des Bösen bilde. Der Bischof schloss seine Predigt mit einem liturgischen Gebet: „Du bist das Licht der Wahrheit, das jeden Menschen erleuchtet und heiligt, der in die Welt kommt. Es bezeichne uns das Licht deines Angesichts, damit wir im Gehen darin das Licht deiner unzugänglichen Herrlichkeit schauen.“ Er rief die Gemeinde dazu auf, darum zu beten, dass das Licht der Liebe Christi ihre Herzen erfülle, damit die Gemeinschaft zu einem Sauerteig der Veränderung für die Familien, das ukrainische Volk sowie für Deutschland und ganz Europa werde.

Dankesworte

Bischof Bohdan Dzyurakh sprach Pfr. Mykola Pavlyk, dem langjährigen Gestalter des ukrainischen kirchlichen Lebens in dieser Region, sowie den Pfarrern Roman Horodetskyy und Hennadii Aronovych, Protodiakon Ivan Kostetskyi, den Diakonen Udo und Karl, den Pfarrgemeinderäten, Förderern, Ikonenmalern und Handwerkern seinen Dank aus. Ein besonderer Dank galt der Leitung des Erzbistums Köln, vertreten durch Herrn Muehe, den Beauftragten für die Seelsorge für Katholiken anderer Muttersprache, sowie Frau Regina Arndt, die die örtliche Kirchengemeinde St. Lukas vertrat, welche der ukrainischen Gemeinde die Feier der Gottesdienste in ihrer eigenen byzantinischen Tradition ermöglicht.

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