„Das Leiden unseres Mitbruders wurde endgültig vom Licht der Auferstehung Christi umhüllt“: In München fand das Begräbnis von Priester Ihor Myz statt
4. Juli 2026
Am Freitag, den 3. Juli, fand in der Kathedrale Maria Schutz und Hl. Apostel Andreas in München das Begräbnis von Pfr. Ihor Myz statt, der am 28. Juni verstorben ist. Die Ansprache des Apostolischen Exarchen, Bischof Bohdan Dzyurakh, wurde vom Kanzler des Apostolischen Exarchats, Pfr. Andrii Khymchuk, verlesen. Das Schreiben richtete sich an die Ehefrau des Verstorbenen, Zoriana, seine Schwester Dariia, die Kinder, Enkelkinder und die gesamte Familie sowie an die Priester und Gläubigen des Exarchats. Nachfolgend fassen wir die zentralen Gedanken seiner Ansprache zusammen.

Priesterlicher Weg im Zeichen des Leidens
In seiner Ansprache beschrieb Bischof Bohdan den irdischen Weg von Pfr. Ihor als eine Nachfolge Jesu Christi im Priestertum, die über viele Jahre hinweg durch eine schwere Erkrankung gezeichnet war. Bischof Bohdan wies darauf hin, dass er im Leiden des Verstorbenen die Gegenwart Christi selbst sah: „Bei unseren Besuchen bei Pfr. Ihor während seiner Erkrankung haben wir in ihm den gegenwärtigen und leidenden Christus erkannt.“ Zudem unterstrich der Exarch, dass Pfr. Ihor seinen irdischen Weg an einem Sonntag – dem Tag der Auferstehung Christi – vollendete, was kein Zufall sei: „Am frühen Morgen des vergangenen Sonntags wurde das Leiden unseres Mitbruders endgültig vom Licht der Auferstehung Christi umfangen.“
Herkunft und Berufung
In seiner Ansprache erinnerte Bischof Bohdan dankbar an die griechisch-katholische Priesterfamilie, in der Pfr. Ihor aufgewachsen war, namentlich an seine Eltern, Pfr. Roman Myz und seine Mutter Iryna (geborene Meleniuk). Der Bischof betonte das Geheimnis seiner priesterlichen Berufung: Die Diakonweihe empfing Pfr. Ihor durch Bischof Slavomir Miklovš, die Priesterweihe durch den Glaubenszeugen und Untergrundbischof der UGKK, Pavlo Vasylyk. Bischof Bohdan hob die Symbolik dieser Tatsache hervor: „Pfr. Ihor hat in seine priesterliche Berufung das Schicksal unseres Volkes eingeschrieben, das oft als Heimatloser in der Fremde lebte, um Christi willen vertrieben und verfolgt wurde, sich jedoch weder von seinen Wurzeln noch vom Glauben der Vorfahren abwandte.“
Dienst an den Gemeinden und der Kirche
Der Bischof beschrieb das vielfältige seelsorgliche Wirken von Pfr. Ihor an verschiedenen Orten. Unter anderem war der Verstorbene an der Gründung und dem Aufbau neuer griechisch-katholischer Gemeinden in Essen, Düsseldorf, Köln und Aachen beteiligt. Er war als Seelsorger an der Kathedrale in München tätig, wirkte als Berater des Apostolischen Exarchen in wirtschaftlichen Angelegenheiten, unterrichtete Religion an der Samstagsschule und unterstützte die Kirche als Mitarbeiter und Redakteur der Kirchenzeitung „Christliche Stimme“.
Anschließend richtete Bischof Bohdan ein Gebet an den Herrn: „Möge der Herr all seine Bemühungen und Mühen, die von Leiden gezeichnet waren, annehmen! Möge Er ihm alle Sünden vergeben, die bewussten und die unbewussten! Möge Er ihm die Krone der Herrlichkeit aufsetzen und ihn mit der Fülle des Lebens in der Ewigkeit beschenken!“
Dank an die Familie und die Erzdiözese
Ein besonderer Dank des Bischofs galt der Ehefrau des Verstorbenen, Zoriana, den Kindern, Enkelkindern und seiner Schwester Dariia für ihre jahrelange Nähe, Unterstützung und Pflege während der Erkrankung von Pfr. Ihor. Ebenso dankte der Exarch Pfr. Volodymyr Viitovitch, den Priestern der Kathedrale und den Gläubigen, die den Verstorbenen besucht und für ihn gebetet hatten.
Zudem sprach Bischof Bohdan der Erzdiözese München und Freising seinen Dank für die großzügige und langfristige Unterstützung aus, die der Familie Myz im Zusammenhang mit der schweren Erkrankung von Pfr. Ihor zuteilwurde: „Möge der Herr Ihnen Ihre evangelische Liebe und brüderliche Unterstützung reichlich vergelten!“
Abschiedsworte
Zum Abschluss seiner Ansprache verabschiedete sich Bischof Bohdan vom Verstorbenen mit den Worten eines Gebets und vertraute Pfr. Ihor der Barmherzigkeit Gottes und der mütterlichen Fürsorge der Allheiligsten Gottesmutter an: „Wir verabschieden unseren lieben Mitbruder Pfr. Ihor Myz auf dem Weg in die Ewigkeit, vertrauen ihn der Barmherzigkeit Gottes an und legen ihn in die mütterlichen Hände der Allheiligsten Gottesmutter, damit sie ihn dorthin führe, wo es weder Schmerz noch Trauer noch Seufzen gibt, sondern unendliches Leben.“
Bischof Bohdan übermittelte diese Worte des Beileids und der Gebetsgemeinschaft aus Zarvanytsia, wo er an der Bischofssynode der UGKK teilnahm.