Ökumenisches Friedensgebet zum 35. Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine in München

24. August 2026

Anlässlich des 35. Jahrestags der Wiederherstellung der Unabhängigkeit der Ukraine fand in der Münchner Asamkirche ein ökumenisches Friedensgebet statt, das von Bischof Bohdan Dzyurakh geleitet wurde. An dem gemeinsamen Gebet nahmen der Generalkonsul der Ukraine, Yuriy Nykytyuk, Vertreter der römisch-katholischen Kirche und der Ukrainischen Orthodoxen Kirche sowie die Gemeinde der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche (UGKK) in München teil. Die musikalische Gestaltung übernahmen der Chor „Nardos“ und Kateryna Yemets an der Violine.

Ökumenisches Friedensgebet zum 35. Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine in München

„Unser Gebet ist die Fortsetzung des Gebets, das überall dort erklingt, wo ein ukrainisches Herz schlägt“

In seiner Ansprache betonte Bischof Bohdan Dzyurakh, dass das Gebet in München kein isoliertes Ereignis sei, sondern Teil einer weltweiten Gebetsgemeinschaft der Ukrainer. Am Vortag, dem Sonntag, sei ein solches Gebet in ukrainischen Kirchen weltweit erklungen, darunter in der Ukraine und Westeuropa, in Australien, Brasilien und Argentinien sowie in den USA und Kanada. „Überall dort, wo ein ukrainisches Herz schlägt, erklingt in diesen Tagen aus diesem Herzen das Wort des Gebets“, sagte der Bischof.

Der Bischof hob den zweifachen Charakter dieses Gebets hervor: Einerseits sei es ein Dankgebet für das Geschenk der Freiheit und Unabhängigkeit des souveränen ukrainischen Staates, andererseits ein Bittgebet für die Verteidiger der Ukraine, für die Heilung der Wunden des Krieges, für die Freilassung der Gefangenen, die Rückkehr der deportierten Kinder sowie für die Erlangung eines gerechten Friedens.

„Frieden ist keine Utopie, sondern die einzig würdige Zukunftsperspektive“

Bischof Bohdan Dzyurakh stellte das Gebet in München in den Kontext der zeitgleichen Ereignisse in der Ukraine, wie des Gebetsfrühstücks mit dem ukrainischen Präsidenten im Mystezkyj Arsenal in Kyjiw sowie der weltweiten Gebetsinitiative des Allukrainischen Rates der Kirchen und religiösen Organisationen, die auch von Seiner Heiligkeit Papst Leo XIV. unterstützt wird. „Gemeinsam mit ihm glauben wir fest daran, dass der Frieden keine Utopie und kein fernes oder unerreichbares Ideal ist, sondern die einzig würdige und reale Perspektive für eine lebenswerte Zukunft der Ukraine, Europas und der gesamten Menschheit“, erklärte der Bischof. Dabei gehe es nicht um einen Frieden um jeden Preis, sondern um einen gerechten, dauerhaften und echten Frieden.

Zum Abschluss seiner Ansprache betete Bischof Bohdan Dzyurakh mit den Worten des Oberhaupts der UGKK, Seiner Seligkeit Sviatoslav Shevchuk, die am selben Tag in der Sophienkathedrale in Kyjiw gesprochen worden waren. Darin bat er Jesus Christus, den König des Friedens, um ein Ende des Krieges und das Geschenk eines gerechten Friedens für die Ukraine sowie die Gottesmutter, die Kyjiwer Oranta, um ihren Schutz über die ukrainischen Städte und Dörfer.

Das Gebet wurde musikalisch von dem Chor „Nardos“ und der Geigerin Kateryna Yemets begleitet.

Am Vortag: Gebet und Solidarität auf dem Marienplatz

Das Friedensgebet in der Asamkirche bildete die Fortsetzung einer Solidaritätskundgebung für die Ukraine, die am Vortag, dem Sonntag, auf dem zentralen Münchner Marienplatz stattgefunden hatte. Dort war die ukrainische Gemeinschaft der Stadt zu einer Kundgebung zusammengekommen, bei der Dekan Volodymyr Viitovitch, der Administrator der Kathedrale Maria Schutz und St. Andreas in München, ein Friedensgebet leitete.

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