„Die Herzen erneuern, um die Schöpfung zu bewahren“: Bischof Bohdan eröffnet CCEE-Webinar zur Sorge um die Schöpfung im Licht der Enzyklika „Magnifica humanitas“

14. Oktober 2026

Am 13. Oktober 2026 veranstaltete die Sektion Bewahrung der Schöpfung der Kommission für soziale Pastoral des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) ein Online-Treffen zum Thema „Die Perspektive der Enzyklika ‚Magnifica humanitas‘ von Papst Leo XIV. zur Sorge um die Schöpfung“. Das Webinar brachte Bischöfe und Vertreter der Bischofskonferenzen Europas zusammen, die gemeinsam über den Zusammenhang von ökologischer Verantwortung, Menschenwürde und neuen Technologien, insbesondere der künstlichen Intelligenz, nachdachten.

„Die Herzen erneuern, um die Schöpfung zu bewahren“: Bischof Bohdan eröffnet CCEE-Webinar zur Sorge um die Schöpfung im Licht der Enzyklika „Magnifica humanitas“

Geleitet wurde das Treffen von Bischof Bohdan Dzyurakh, Apostolischer Exarch für die Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und Skandinavien, Vorsitzender der Kommission für soziale Pastoral des CCEE und Leiter der Sektion Bewahrung der Schöpfung.

Begrüßung und Gebet für den Heiligen Vater

Das Webinar begann mit einem Grußwort des Generalsekretärs des CCEE, Msgr. Antonio Ammirati, der die Teilnehmenden im Namen des CCEE-Präsidiums willkommen hieß und an das Treffen in Castel Gandolfo im vergangenen Jahr erinnerte. Zugleich rief er dazu auf, Papst Leo XIV., der sich an diesem Tag einer Operation unterziehen sollte, im Gebet zu begleiten. Moderiert wurde das Treffen vom Sekretär der Kommission für soziale Pastoral, Msgr. Luis Okulik.

Das Wort von Bischof Bohdan: Staunen, Dankbarkeit und Unruhe

In seinem Grußwort betonte Bischof Bohdan Dzyurakh, dass unser Verhältnis zur Schöpfung Gottes von einigen grundlegenden Haltungen bestimmt wird. Die erste ist das Staunen über die Größe der geschaffenen Welt, verbunden mit Dankbarkeit gegenüber Gott für das Geschenk der Schöpfung. Gerade dieser kontemplative Blick, so der Bischof, habe den heiligen Franz von Assisi inspiriert, der in jedem Geschöpf ein Geschenk Gottes sah und die Geschöpfe deshalb Bruder, Schwester und Mutter nannte.

Zugleich, so der Kommissionsvorsitzende, habe im Blick des Christen auch Unruhe ihren Platz. Unter Verweis auf die Worte von Papst Leo XIV. über eine Welt, „die brennt – sowohl durch die globale Erwärmung als auch durch bewaffnete Konflikte“, stellte der Bischof fest, dass die Wurzeln des Leidens der Schöpfung in der durch die Sünde verwundeten menschlichen Natur und im menschlichen Herzen liegen, das der Heilung durch die Gnade Gottes bedarf.

Mit Bezug auf die Botschaft des Heiligen Vaters zum XI. Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung zitierte Bischof Bohdan Papst Benedikt XVI.: „Die äußeren Wüsten nehmen in der Welt zu, weil die inneren Wüsten so groß geworden sind.“ Daraus ergebe sich, so Papst Leo XIV., die Überzeugung, dass es für den Aufbau einer friedlichen Gesellschaft nicht nur einer Reform der Strukturen, sondern auch einer Erneuerung der Herzen bedarf.

„Die Herzen erneuern, um die Schöpfung zu bewahren und zu Erbauern von Frieden und Versöhnung zu werden – das ist der Horizont, auf den wir zugehen sollen, wenn wir den uns von der Kirche anvertrauten Dienst ausüben“, sagte der Bischof.

Er wies darauf hin, dass der Heilige Vater die Sorge um die Schöpfung ins Herz der Sendung der Jünger Christi stellt, und rief die Teilnehmenden auf, diese Arbeit täglich mit Vertrauen auf den Herrn und mit großzügigem, offenem Herzen fortzusetzen.

Die Botschaft von Fatima und das Gebet für die Bekehrung Russlands


Bischof Bohdan hob die besondere Bedeutung des Datums hervor: Am 13. Oktober jährte sich zum 109. Mal die letzte Erscheinung der Allerheiligsten Gottesgebärerin vor den Hirtenkindern in Fatima. Im Zentrum der Botschaft von Fatima stünden, so der Bischof, der Ruf zur Umkehr des Herzens, das Gebet für den Frieden und die Erinnerung an die Verantwortung vor Gott für das Schicksal der ganzen Menschheit. „Auch die eindringliche Bitte, für die Bekehrung Russlands zu beten, hat nichts von ihrer Aktualität verloren; im Gegenteil, heute erklingt sie mit noch größerer Kraft“, betonte der Vorsitzende der Kommission für soziale Pastoral des CCEE.

Zum Abschluss seines Wortes empfahl er Papst Leo XIV. der Fürsprache der Allerheiligsten Gottesgebärerin und erbat für ihn Gottes Gnade, Schutz sowie eine rasche und vollständige Genesung.

Künstliche Intelligenz und die Zukunft unseres gemeinsamen Hauses

Prof. Markus Vogt, Professor für Christliche Sozialethik an der Ludwig-Maximilians-Universität München, hielt den Vortrag „Künstliche Intelligenz und die Zukunft unseres gemeinsamen Hauses: ökologische Dimensionen der Enzyklika ‚Magnifica humanitas‘“. Er skizzierte die Möglichkeiten, die künstliche Intelligenz für den Umweltschutz eröffnet – von der Steuerung von Energienetzen über die Überwachung von Ökosystemen bis zur Verringerung von Abfällen –, und wies zugleich auf den erheblichen Energie- und Ressourcenverbrauch der digitalen Infrastruktur hin.

Der Referent betonte, dass höhere Effizienz nicht zwangsläufig zu einem geringeren Gesamtverbrauch führt, und unterstrich die Notwendigkeit von Verantwortung, menschlicher Kontrolle und Ausrichtung auf das Gemeinwohl. Er ermutigte die Kirchen in Europa, Ökologie und Technikethik als eng miteinander verbundene Bereiche zu betrachten und Bildung sowie den Dialog mit der Wissenschaft zu fördern.

Der Mensch als Verwalter, nicht als Eigentümer

Prof. Alenka Arko, Professorin für Dogmatik an der Universität Ljubljana und Mitglied der Internationalen Theologischen Kommission des Heiligen Stuhls, stellte das Dokument „Die Sorge für unser gemeinsames Haus: eine verantwortliche und geschwisterliche Antwort an den Dreieinigen Gott“ vor. Sie behandelte die Stellung des Menschen in der Schöpfung, die Bedeutung der Sünde gegen die Schöpfung und gegen den Schöpfer sowie die Schätze einer ökologischen Spiritualität.

„Der Verwalter ist kein Eigentümer: Was er verwaltet, ist ihm anvertraut, und er muss darüber Rechenschaft ablegen“, sagte die Referentin. Anhand des Jubeljahres, der Sabbatruhe und der Eucharistie zeigte sie, wie ein Leben aus dem Glauben Dankbarkeit, Achtung vor Grenzen und Solidarität fördern kann. Die christliche Hoffnung, betonte die Professorin, trage das praktische Engagement für unser gemeinsames Haus und helfe, ohne Angst in die Zukunft zu blicken.

Gute Praxis

Ergänzt wurde das Programm durch Beiträge zu guten Beispielen pastoraler Arbeit: von Pfarrer Wolodymyr Mistermann aus der Ukraine, Prof. Tomás Insua aus Oxford und Pfarrer Stephen Taylor aus London.

Hintergrund

Der 1971 gegründete Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) vereint die Bischofskonferenzen der europäischen Länder und fördert die Zusammenarbeit und Gemeinschaft unter ihnen. Sitz des CCEE-Sekretariats ist St. Gallen (Schweiz). Die Kommission für soziale Pastoral des CCEE und ihre Sektion Bewahrung der Schöpfung befassen sich mit Fragen der Soziallehre der Kirche, der Menschenwürde und der Verantwortung für das gemeinsame Haus.

Quelle: ccee.eu

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