Die ukrainische Gemeinde Münchens nahm am Hochfest des Leibes und Blutes Christi teil

4. Juni 2026

Am 4. Juni schloss sich die ukrainische Gemeinde Münchens unter der Leitung von Bischof Bohdan Dzyurakh anlässlich des Fronleichnamsfestes (Hochfest des Leibes und Blutes Christi) den Gottesdiensten und der Prozession in der bayerischen Hauptstadt an.

Die ukrainische Gemeinde Münchens nahm am Hochfest des Leibes und Blutes Christi teil

Fest auf dem Marienplatz

Mehr als 10.000 Gläubige versammelten sich an diesem Morgen auf dem zentralen Platz Münchens – dem Marienplatz – zu einer Messe, die vom Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, geleitet wurde. Nach dem Gottesdienst zog die große Prozession mit dem Allerheiligsten auf der traditionellen Route: vom Marienplatz über die Residenzstraße zur Ludwigskirche und weiter über die Ludwigstraße und Theatinerstraße zurück zum Marienplatz.

Predigt von Kardinal Marx: Künstliche Intelligenz, Menschenwürde und Freiheit

In seiner Predigt bezog sich Kardinal Marx auf die erste Enzyklika von Papst Leo XIV. „Magnifica Humanitas“, die den Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz gewidmet ist. Der Erzbischof betonte, dass der Heilige Vater neue Technologien nicht verurteile, sondern die Menschheit dazu aufrufe, Verantwortung für deren Nutzung zu übernehmen: „Die Technik, die uns gegeben ist, ist immer eine Möglichkeit. Aber das heißt, wir Menschen müssen entscheiden!“

Kardinal Marx unterstrich die zentrale Botschaft des Papstes: die Notwendigkeit des Dialogs, gemeinsamer Regeln und des Bewusstseins für die Folgen neuer Technologien für die Zukunft der Menschheit. „Der Mensch ist nicht einfach ein Datensatz, der optimiert wird. Künstliche Intelligenz mag in bestimmten Bereichen intelligenter sein als wir, aber sie ist kein Mensch. Sie kann nicht selbst zwischen Gut und Böse unterscheiden“, erklärte der Erzbischof.

Darüber hinaus warnte er vor einer Rückkehr zu „alten Mustern und Vorurteilen“, vor der Versuchung des Totalitarismus und Populismus, die die Erinnerung verzerren und eine einheitliche Meinung aufzwingen wollen: „Eine offene Gesellschaft kann nicht nur eine Meinung, nur eine Weltanschauung haben. Sonst kehren wir in eine Diktatur zurück.“ Die menschliche Freiheit sei ein großes Geschenk Gottes, das gerade heute geschützt werden müsse, erinnerte der Kardinal und rief dazu auf, die Lektionen der Katastrophen des 20. Jahrhunderts nicht zu vergessen.

Hintergrundinformationen

Das Fronleichnamsfest wurde im Jahr 1264 durch Papst Urban IV. eingeführt. Der Name leitet sich aus dem Mittelhochdeutschen ab: „fron“ für „des Herren“ und „lichnam“ für „lebendiger Leib“. Es ist das Fest des lebendigen Leibes des Herrn, das Gläubige aller Völker um die eine Eucharistie vereint.

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