„In der Kirche ist der Mensch nicht allein“ – Bischof Bohdan Dzyurakh in Browary

22. Juli 2026

Am 19. Juli feierte Bischof Bohdan Dzyurakh die Göttliche Liturgie in der Pfarrei der Drei Heiligen Hierarchen in Browary. In seiner Predigt sprach der Bischof über Glauben, Vertrauen auf Gott und die Berufung der Kirche, in einer für die Ukraine schwierigen Zeit Zeugnis für Christus abzulegen. Nachfolgend fassen wir die zentralen Gedanken seiner Predigt zusammen.

„In der Kirche ist der Mensch nicht allein“ – Bischof Bohdan Dzyurakh in Browary

Über Blindheit und Vertrauen auf Jesus

Der Apostolische Exarch wies die Gläubigen auf den evangelischen Bericht über die zwei Blinden hin, die Jesus nachfolgten. Er erklärte, dass Menschen nicht vollkommen sein müssen, um Jesus nachzufolgen, sondern ihm auch dann folgen können, wenn sie sich blind, desorientiert, verwirrt oder hilflos fühlen. Bischof Bohdan Dzyurakh unterstrich, dass der Mensch gerade in einem solchen Zustand die Notwendigkeit eines anderen erkennt, der sich seiner erbarmt und helfend die Hand reicht.

Nach den Worten des Bischofs berichtet der Evangelist Matthäus nicht zufällig von zwei Blinden, damit jeder sich selbst in dem zweiten Blinden erkenne, statt Fehler nur bei anderen zu suchen. „Ich bin um nichts besser als andere Menschen, ich bin ebenso blind, hilflos und wehrlos“, sagte der Bischof. Ein solches Eingeständnis bilde den Anfang der geistlichen Heilung.

Über die Güte, die sehend macht

Der Prediger teilte die Erinnerung an den Besuch eines Kindergartens, wo ihn die Kinder mit einem Tanz und Gedichten über die Güte begrüßten. Er wies darauf hin, dass der Herr und die göttliche Güte in einfachen Gesten der Aufmerksamkeit für andere, in einem Lächeln und in einer gereichten helfenden Hand gegenwärtig seien.

Bischof Bohdan Dzyurakh stellte dies der geistlichen Blindheit der Pharisäer gegenüber, die Jesus als „blinde Führer von Blinden“ bezeichnete, weil sie ihm eine böse Macht zuschrieben. Demgegenüber beginne jeder, der auch nur ein wenig Gutes tue, zu sehen, da er in Gott die Quelle der eigenen Güte und im bedürftigen Nächsten seinen Bruder erkenne. Diese Schule der göttlichen Kindschaft und der menschlichen Geschwisterlichkeit beschrieb der Bischof als Berufung der Kirche Christi.

„In der Kirche sind wir nie allein“

Besonders betonte der Bischof die gemeinschaftliche Dimension des christlichen Lebens: „In der Kirche gibt es immer jemanden, der uns zu Jesus führt, uns durch seine Gegenwart, Nähe und sein Gebet begleitet.“ Er rief die Gläubigen dazu auf, diejenigen zu schätzen, die helfend die Hand reichen, und selbst für andere zu solchen Wegweisern zu werden, da Liebe und Güte den Menschen sehend machen, während Neid, Zorn, Rachegelüste und Aggression ihn verblenden.

Bischof Bohdan Dzyurakh zog eine Parallele zwischen dem Weg der Blinden hinter Jesus her und dem christlichen Leben im Allgemeinen. Er erinnerte daran, dass das Christentum in den Anfängen der Kirche einfach als „der Weg“ bezeichnet wurde, auf dem jeder Gläubige aufgerufen ist, Christus nachzufolgen.


Das Gotteshaus als Ort der Begegnung mit Christus

Zudem betonte Bischof Bohdan Dzyurakh in seiner Predigt, dass die Kirche das Haus sei, in das die Nachfolge Jesu den Menschen unweigerlich führe, und dass man Jesus nicht annehmen könne, während man die Kirche ablehne. Gerade im Gotteshaus finde die Begegnung mit Jesus statt, die das Heil schenke: „Hier tritt Er mit dem Menschen in einen Dialog und spricht Sein Wort zu ihm.“ Der Bischof gab zu bedenken, dass es nicht ausreiche, das Wort Gottes nur zu hören. Vielmehr müsse man erkennen, dass es an einen selbst gerichtet sei, da es andernfalls ein leerer Klang bleibe und keine Veränderung im Leben bewirke.

Über die Bischofssynode und die Kommunikationsstrategie der UGKK

Anschließend informierte Bischof Bohdan Dzyurakh die Gläubigen darüber, dass die Bischofssynode der UGKK, die in der vergangenen Woche in Zarwanyzja zu Ende ging, beschlossen hat, im kommenden Jahr das Thema „Kommunikationsstrategie der UGKK“ zu behandeln. Er erklärte, dass es hierbei nicht um Information als solche gehe, da die Kirche keine Nachrichtenagentur sei. Vielmehr gehe es um die aufrichtige Frage an sich selbst, ob die UGKK ihrem eigenen Volk etwas zu sagen habe und ob Christen aus ihrer Glaubenserfahrung heraus etwas mit ihren Zeitgenossen zu teilen haben.

Zum Abschluss der Predigt brachte der Bischof den Wunsch zum Ausdruck, dass sich die Gläubigen der Gegenwart Jesu, seinem Wort und seiner heilenden Berührung öffnen, um überzeugende Zeugen des Wirkens Gottes im eigenen Leben zu werden.

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