Bischof Bohdan: „Gott kommt zu uns durch die Gemeinschaft“

29. Dezember 2025

Am 28. Dezember 2025, am Sonntag nach Weihnachten, hielt Bischof Bohdan während der bischöflichen Göttlichen Liturgie in der Kathedralkirche Maria Schutz und hl. Andreas in München eine Predigt, in der er das Geheimnis der Geburt Christi als Weg der Befreiung des Menschen und des Volkes zur Freiheit der Kinder Gottes darlegte.

Bischof Bohdan: „Gott kommt zu uns durch die Gemeinschaft“

Im Zentrum der geistlichen Lehre stand die Wahrheit, dass der Sohn Gottes in die Welt gekommen ist,
um uns, die wir Sklaven der Sünde und des Teufels sind, wieder heimzuführen zum Himmlischen Vater, um uns aus den Feinden Gottes erneut zu geliebten Kindern Gottes zu machen.“

Bei der Betrachtung des Evangeliums des Sonntags nach Weihnachten lenkte der Apostolische Exarch die Aufmerksamkeit auf drei Persönlichkeiten, die die Kirche den Gläubigen vor Augen stellt: den alttestamentlichen König David, den gerechten Josef und den heiligen Apostel Jakobus. Gerade durch sie, so der Prediger, lässt sich der göttliche Heilsplan erkennen, der durch Gemeinschaft – Volk, Familie und Kirche – verwirklicht wird.


Mit besonderer Eindringlichkeit hob die Predigt die Rolle des ukrainischen Volkes hervor, sein historisches und gegenwärtiges Pilgern von der Knechtschaft zur Freiheit. Bischof Bohdan betonte, dass dieses Pilgern noch nicht abgeschlossen sei, selbst wenn der Krieg enden sollte, denn neben der äußeren Aggression existiert auch eine innere geistliche Knechtschaft – durch Sünde, Gottlosigkeit, Korruption und den Bruch des göttlichen Gesetzes.

Jeder von uns, als Teil dieses Volkes, soll zu seiner Befreiung beitragen – durch die eigene persönliche Befreiung“, erinnerte Bischof Bohdan an die Worte des Apostels Paulus: „Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“

Im Vergleich des modernen Kampfes der Ukraine mit der biblischen Geschichte von David und Goliath betonte der Hierarch, dass die Stärke unseres Volkes nicht nur in Waffen liegt, sondern vor allem im Wirken des Heiligen Geistes:
Wir halten diese Horde auf durch die Kräfte des Geistes Gottes, der in unseren einfachen Menschen lebt – in den Davids, die nicht in hohen Amtsstuben, sondern in gewöhnlichen ukrainischen Haushalten zu finden sind.“

Besonders wandte sich der Bischof auch an die Verantwortung der Volksführer und erinnerte an die biblische Wahrheit: „Ein ungerechter König ist eine Schande für sein Volk, wer die Wahrheit liebt, ist dessen Schutz.“

Gleichzeitig verwies er auf das Beispiel König Davids, der trotz schwerer Sünden den Mut hatte, Buße zu tun: „Gott, ich habe gegen Dich gesündigt.

Einen großen Teil der Predigt widmete der Hierarch der Familie und der Gestalt des heiligen Josef als Vorbild wahrer Vaterschaft: „Josef spricht nicht viel, aber seine Taten sprechen lauter als Worte“, so Bischof Bohdan, und betonte, dass Vaterschaft eine vom Himmel gegebene Berufung und Verantwortung ist, die Gott anvertraut.

In seinem Gebet gedachte der Bischof der ukrainischen Eltern und besonders der Verteidiger der Ukraine, „die an die vorderste Front getreten sind, um unsere große ukrainische Familie zu schützen“.

Zum Abschluss der Predigt lenkte Bischof Bohdan die Aufmerksamkeit auf die Gemeinschaft der Kirche und erinnerte an die Märtyrer Bischof Josafat Kotsylowskyj und Pater Petro Vergun, die Gott und dem Volk bis zum Tod treu geblieben sind. Auf solchen geistlichen Riesen, so betonte er, baut sich die heutige kirchliche und nationale Realität auf.

Der Hierarch rief abschließend zu gemeinsamer Fürbitte für das Volk, die Führer, die Kämpfer, die Familien und das Klerus auf, damit „jeder von uns zur geistlichen Wiedergeburt des ukrainischen Volkes und zur Stärkung unserer Kirche im Heiligen Geist beiträgt“.

Sehen Sie auch