„Die bösen Kräfte haben nur so viel Macht über uns, wie wir ihnen erlauben“ – Bischof Bohdan in München
30. Juni 2026
Am Sonntag, den 28. Juni, leitete Bischof Bohdan die Heilige Liturgie in der Kathedrale Maria Schutz und St. Andreas in München. In seiner Predigt über das Evangelium von der Heilung der Besessenen sprach der Bischof über geistliche Freiheit, die Verantwortung des Menschen im Kampf gegen das Böse sowie über die Notwendigkeit, die gereinigte Seele mit dem Heiligen Geist zu erfüllen, und warnte vor den Gefahren der Entstehung einer Gesellschaft, die geistliche Werte vernachlässigt. Nachfolgend werden die zentralen Gedanken seiner Predigt zusammengefasst.

Ohnmacht der bösen Kräfte vor der Macht Gottes
Bischof Bohdan wies darauf hin, dass Jesus Christus das menschliche Leid nicht meide, sondern sich dorthin begebe, wo Schmerz und die Macht des Bösen herrschen, da die Kraft Gottes alle Mächte der Hölle übertreffe. Der Bischof betonte, dass die Dämonen trotz ihrer Grausamkeit und ihrer Drohungen vor der Gegenwart Christi letztlich machtlos seien. Sie wagten keinen Widerstand, sondern baten lediglich um Erlaubnis.
„Die bösen Mächte, die Kräfte der Finsternis, haben nur so viel Macht über uns, wie wir ihnen erlauben. Über die Kinder Gottes hat der Teufel keine Macht, es sei denn, ein Kind Gottes gestattet es den bösen Geistern“, betonte der Bischof und verwies auf die Verantwortung jedes Einzelnen dafür, wem er die Führung über das eigene Verhalten, die Reaktionen und die Lebensweise überlässt.
Befreiung als fortlaufender Prozess
Der Apostolische Exarch erinnerte an die Worte des Apostels Petrus, wonach der Teufel wie ein brüllender Löwe umhergehe und suche, wen er verschlingen könne. Daher sei die Befreiung von der Sünde kein einmaliger und endgültiger Akt.
Unter Verweis auf das biblische Gleichnis vom unreinen Geist, der in das „gekehrte und geschmückte“ Haus zurückkehrt, warnte der Bischof, dass die bloße Abwesenheit von Sünde nicht ausreiche. Die in der Beichte gereinigte Seele müsse vielmehr mit der Gegenwart und Gnade des Heiligen Geistes erfüllt werden, da andernfalls die Gefahr bestehe, dass das Böse „in noch größerer Macht als zuvor“ zurückkehre.
Die Reaktion der Gadarener als Warnung
Zudem ging Bischof Bohdan auf die Reaktion der Einwohner des Gadarener Landes ein, die im Gegensatz zu den Samaritern Jesus nicht hören wollten und Ihn baten, ihr Gebiet zu verlassen – aus Angst, ihr Eigentum (die Schweineherde) und den irdischen Komfort zu verlieren.
Der Bischof zog eine Parallele zur Gegenwart und merkte an, dass die Gesellschaft häufig von materiellen Interessen, Profit und Unterhaltung geprägt sei, während Fragen nach dem geistlichen Zustand des Menschen, seiner Würde und der wahren Freiheit vernachlässigt würden. Zudem wies er auf die Rolle der Hirten in dieser Situation hin, die, statt Zeugen und Verkünder des Wunders zu werden, in Panik flohen und Angst sowie Negativität verbreiteten.
„Alles, was an die Stelle Gottes tritt, verwandelt sich augenblicklich in ein Götzenbild und einen Dämon – sei es Arbeit, Geld oder sogar Erholung“, erklärte der Bischof und rief die Gläubigen dazu, die Prioritäten im Leben richtig zu setzen.
Gott, sagte der Exarch, greife nicht gewaltsam in das Leben des Menschen ein. Er respektiere die menschliche Freiheit, selbst wenn dies zu schädlichen Entscheidungen führe.
Aufruf zum Handeln und zum Gebet
Zum Abschluss seiner Predigt rief Bischof Bohdan die Gläubigen auf, trotz schwieriger Lebensumstände stets daran zu denken, dass Gott den Menschen entgegenkomme. Gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit einer persönlichen Antwort und eines bewussten Zugehens auf Jesus mit der Bitte um Befreiung, Reinigung und Lebensfülle.
Der Bischof rief dazu auf, darum zu beten, dass der Heilige Geist dauerhaft in den Herzen wohne, da nur auf diese Weise der Mensch, seine Familie und sein Volk wahrhaft gerettet und geschützt werden könnten.