Die ukrainische Gemeinde in Nürnberg hat die Reliquien des Heiligen Nikolaus erhalten

1. Juni 2026

Am 31. Mai stand Bischof Bohdan Dzyurakh der feierlichen Göttlichen Liturgie in der Pfarrei des Heiligen Nikolaus in Nürnberg vor. Vor Beginn des Gottesdienstes wurden die Reliquien des Heiligen Nikolaus des Wundertäters in die Kirche getragen, wo sie von nun an dauerhaft aufbewahrt werden.

Die ukrainische Gemeinde in Nürnberg hat die Reliquien des Heiligen Nikolaus erhalten

In seiner Predigt zum Sonntag Allerheiligen reflektierte der Bischof über die Berufung jedes Christen zur Heiligkeit im Licht des Evangeliums (Mt 10,32–33.37–38; 19,27–30) – die Worte Jesu über die Nachfolge und das Kreuz als Weg zum Himmelreich. Nachfolgend fassen wir die zentralen Gedanken seiner Predigt zusammen.

Heilige sind Menschen wie wir

Der Apostolische Exarch begann seine Predigt mit dem Gedanken, dass Heilige keine sündlosen Menschen oder körperlosen Engel seien. Vielmehr seien sie gewöhnliche Menschen aus Fleisch und Blut gewesen, die an der Seite anderer lebten und Schwierigkeiten, Schmerzen sowie Zweifel durchmachten. Sie alle habe jedoch eines verbunden: Sie sahen Gott, hörten auf Gott und folgten Gott, der sich in Jesus Christus offenbart hat.

Gott sehen: Den Blick über den Bildschirm erheben

Hinsichtlich der ersten Dimension – dem Sehen Gottes – wies Bischof Bohdan auf die Realität vieler heutiger Menschen hin, deren Blick oft an Mobiltelefonen und anderen Geräten hafte. Der Bischof ermutigte die Gläubigen, den Blick vom Bildschirm abzuwenden und die Augen zum Himmel zu erheben – „zu Gott, der ein liebender himmlischer Vater ist, der sich im Sohn für unser Heil hingegeben hat und uns seinen Heiligen Geist sendet, um unsere Herzen mit Liebe und unser Leben mit Sinn zu erfüllen“, erklärte er.

Gott hören: Ein Wort, das persönlich zu mir spricht

Die zweite Dimension – das Hören auf Gott – gehe, so der Bischof, weit darüber hinaus, das Evangelium während des Gottesdienstes lediglich physisch zu hören. Es bedeute, das Wort Gottes als lebendige Botschaft des Heils anzunehmen, die im Hier und Jetzt persönlich an jeden Einzelnen gerichtet sei. Wahres Hören bedeute, „es als Wort des Heils und des Lebens anzunehmen, das der Herr persönlich an mich richtet, und zuzulassen, dass dieses Wort zu uns spricht, uns berührt, uns zum Nachdenken anregt, Heilung bringt, uns erleuchtet und auf den Weg der Wahrheit führt“, so der Bischof.

Gott folgen: Das Kreuz ist keine Last, sondern eine Einladung zur Liebe

Die dritte Dimension – das Folgen – erläuterte Bischof Bohdan anhand der Worte Jesu über das Tragen des eigenen Kreuzes. In der allgemeinen Wahrnehmung würden diese Worte oft als Ankündigung von unvermeidlichem Leiden verstanden. Der Bischof präsentierte jedoch eine tiefere Perspektive: Das Kreuz in den Worten des Herrn sei in erster Linie eine göttliche Einladung, an seiner Liebe teilzuhaben – jener Liebe, die nach den Worten des Apostels Paulus „alles erträgt, allem standhält und niemals vergeht“. Gott zu folgen bedeute, zuzulassen, dass das gehörte Wort zu Taten und konkreten Schritten in der Nachfolge Jesu motiviert, der „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ ist. Durch eine solche Liebe erhalte der Mensch bereits auf Erden Anteil am ewigen Leben Gottes, über das der Tod keine Macht habe.

Eine Berufung, die jeden betrifft

Zum Abschluss seiner Predigt machte Bischof Bohdan darauf aufmerksam, dass die Berufung zur Heiligkeit kein Privileg weniger Auserwählter sei, sondern der gemeinsame Weg aller Getauften. Alle Heiligen, welche die Kirche an diesem Sonntag feiert – sowohl jene, deren Namen im liturgischen Kalender stehen, als auch die der Welt unbekannt gebliebenen –, hätten ihr Leben auf göttliche Weise geführt: Sie standen vor Gottes Angesicht, hörten auf ihn und folgten Jesus in jeder konkreten Lebenssituation nach.

„Wir alle, die wir in der christlichen Gemeinschaft versammelt sind, tragen ebenfalls die Berufung zur Heiligkeit in uns und gehen bereits den Weg dorthin, denn in unserem Leben gibt es so viele Zeichen der Anwesenheit und des Wirkens des Heiligen Geistes! Lassen wir nicht nach, weiterzugehen!“, wandte sich Bischof Bohdan an die Gläubigen.

Er beendete seine Predigt mit dem Ausblick: „Es wird der Tag kommen, an dem der Sonntag Allerheiligen auch unser Sonntag sein wird – wenn wir durch Gottes Gnade in die unzählige Schar derer aufgenommen werden, die vielleicht nicht im kirchlichen Kalender, aber im Buch des ewigen Lebens im Himmel verzeichnet sind.“

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