Gebet für die verstorbenen Ukrainer in Lübeck

22. Juni 2026

Am 19. Juni leitete Bischof Bohdan Dzyurakh an der Gedenkstätte für Ukrainer auf dem Vorwerker Friedhof in Lübeck eine Panachyda (Gedenkgottesdienst) für die gefallenen ukrainischen Soldaten, die Kriegsopfer und alle Ukrainer, deren Lebensweg fernab der Heimat endete.

Gebet für die verstorbenen Ukrainer in Lübeck

Pilgerreise zu den Wurzeln

In seiner Ansprache an die ukrainische Jugend und Gemeinde bezeichnete Bischof Bohdan dieses Treffen als eine Pilgerreise, die eine Rückkehr zur eigenen Geschichte und zu den Wurzeln darstelle. Er betonte, dass die Erinnerung für den Menschen nicht nur ein Rückblick sei, sondern ein Akt der Gerechtigkeit gegenüber denjenigen, die früher lebten: gegenüber den Eltern, Vorfahren und allen, mit denen die Ukrainer auch durch die geistliche Zugehörigkeit zu einer einzigen Familie verbunden sind.


Der Bischof unterstrich, dass der Gedenkgottesdienst ein Akt der Gerechtigkeit gegenüber den Brüdern und Schwestern sei, die aufgrund historischer Umstände gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen, die Ukraine jedoch in ihren Herzen bewahrten. Sie hätten ihre Treue zum Heimatland trotz Entfernung, Prüfungen und Jahren des Exils ein Leben lang aufrechterhalten.

Eine vereinte Gemeinschaft – von frühen Emigranten bis zu neuen Geflüchteten

Zudem wies Bischof Bohdan darauf hin, dass die heutige ukrainische Gemeinde in Lübeck Menschen verschiedener Generationen und Lebenswege vereine: diejenigen, die bereits in Deutschland geboren wurden, diejenigen, die früher aus Arbeitsgründen kamen, und diejenigen, die sich der Gemeinde kürzlich aufgrund der Ereignisse des umfassenden Krieges angeschlossen haben. Sie alle, so sagte der Bischof, verbinde die Tatsache, dass sie die Ukraine zwar physisch verlassen, aber nicht das aufgegeben hätten, was sie zu Ukrainern mache: Würde, Freiheit und die Erinnerung daran, wessen Kinder sie sind.

Das Denkmal von 1957 – ein Zeuge der Widerstandsfähigkeit

Besondere Aufmerksamkeit in der Predigt galt dem Denkmal auf dem Friedhof, das 1957 von der ukrainischen Gemeinde errichtet wurde. Bischof Bohdan bezeichnete dieses Mal als lebendigen Zeugen der Kontinuität der ukrainischen Geschichte sowie der Widerstandsfähigkeit des ukrainischen Geistes, der trotz Verfolgung und Prüfungen nicht erloschen sei und sich heute im Einsatz der Verteidiger der Ukraine an der Front zeige.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Symbolik des Denkmals – dem Dreizack (Trysub), über dem sich ein Kreuz erhebt, von dem Lichtstrahlen auf das Wappen fallen. Laut dem Bischof verkörpere dieses Bild die Essenz des ukrainischen Geistes: „Die Ukraine wird dann wahrhaft groß sein, wenn sie sich an ihre Geschichte erinnert und gleichzeitig nach dem Himmel strebt, indem sie nach den Idealen Gottes lebt“, sagte der Apostolische Exarch.

Gebet für den Sieg, die Hoffnung und die Liebe

Der Gottesdienst endete mit einem gemeinsamen Gebet für die Stärkung des Glaubens an den Sieg und den gerechten Frieden in der Ukraine, für die Hoffnung, dass das Gute und die Wahrheit die Aggression und den Tod überwinden werden, sowie für die Entfachung der Liebe zu Gott, zur Heimat und zueinander in den Herzen der Ukrainer.

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