„Jesus wurde geboren, damit wir wieder geliebte Kinder Gottes werden“ – Bischof Bohdan in München
26. Dezember 2025
Am 26. Dezember 2025 leitete Bischof Bohdan in der Kathedralkirche Maria Schutz und hl. Andreas in München die bischöfliche Göttliche Liturgie, während der er eine Predigt hielt, die dem Geheimnis der Geburt Christi und der besonderen Rolle der Allheiligsten Gottesmutter gewidmet war.

Zu Beginn seiner Ansprache lenkte der Bischof die Aufmerksamkeit auf die stille, aber entscheidende Präsenz Mariens in der Heilsgeschichte: „Sie ist überall in unserem christlichen Leben gegenwärtig. Ihre Präsenz ist still, unscheinbar, aber sehr wirksam und tätig.“
Der Apostolische Exarch betonte, dass gerade durch den Gehorsam der Gottesmutter die Menschwerdung des Sohnes Gottes möglich wurde. Ihre Antwort an den Erzengel – „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort“ – wurde zum Beginn der Heilsgeschichte, die die Menschheit von der Verkündigung zur Geburt Christi und von Golgota zur Auferstehung führt.
Der Prediger unterstrich, dass die Sendung Mariens mit der Geburt Jesu nicht abgeschlossen war: „Sie begleitet ihren Sohn, als treue Magd des Herrn und standhaft im Glauben“, und geht mit ihm die Wege des Exils, der Angst und der Hoffnung bis hin zu seinem Kreuzesopfer.
In der Betrachtung der Worte Christi aus dem Evangelium – „Wer das Wort Gottes hört und es bewahrt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter“ – hob Bischof Bohdan die Berufung jedes Christen hervor: „Wir sind berufen, Ihn für die heutige Welt zu gebären – Ihn in unserem Leben gegenwärtig, sichtbar und erfahrbar zu machen.“
Einen besonderen Platz in der Predigt nahm das Bild der Ikone der Geburt Christi als „lebendige Predigt“ ein:
„Ikonen sind nicht bloß Schmuck des Hauses Gottes. Sie sind lebendiges Wort, Katechese und Verkündigung.“
Der Bischof machte darauf aufmerksam, dass die Gottesmutter auf der Ikone im Tempel als größte Gestalt dargestellt ist und zugleich in stiller Betrachtung versunken bleibt: „Sie blickt nicht auf das Kind, sondern ist in das Geheimnis vertieft, das mit Weihnachten beginnt, aber nicht mit Weihnachten endet.“
Zugleich warnte der Bischof vor einem oberflächlichen Erleben des Festes: „Weihnachten ist nicht nur ein paar Tage, um dem Alltag zu entfliehen. Weihnachten ist uns gegeben, damit wir das Heil erlangen. Andernfalls vergeuden wir das Fest der Geburt Christi.“
Mit tiefer Betroffenheit sprach Bischof Bohdan über die Realität, in der die Ukrainer Weihnachten in Zeiten des Krieges feiern: „Wir feiern Weihnachten mitten im Kriegselend, weil wir die ganze Heilsgeschichte vor Augen haben“, und fügte hoffnungsvoll hinzu: „Derjenige, der sich heute am Leben unseres Volkes vergriffen hat, ist sterblich. Doch das Kind, das in Bethlehem geboren wurde, wird auferstehen und alle höllischen Mächte überwinden.“
Der Bischof betonte, dass die Opfer des Krieges nicht vergessen sind: „Jede Träne wird von der Hand Gottes abgewischt werden. Jede unschuldige Seele wird in die Arme des barmherzigen Gottes aufgenommen.“
Zum Abschluss seiner Predigt rief der Hierarch die Gläubigen dazu auf, „Maria zu sich zu nehmen“, wie es der geliebte Jünger unter dem Kreuz getan hat: „Wo Maria ist, dort ist gewiss auch Jesus. Und wo die Gottesmutter fehlt, ist es schwer, Jesus zu finden.“
Nach der Göttlichen Liturgie besuchte ein Vertep aus Augsburg die Kathedralgemeinde. Mit Weihnachtsliedern und einem szenischen Spiel brachte er die Freude des Weihnachtsfestes und ein lebendiges Zeugnis des Glaubens, vereinte die Anwesenden im Gebet, in der Hoffnung und im gemeinsamen Lobpreis des neugeborenen Erlösers.















