„Niemand wird an eurer Stelle den Dank des Volkes Gottes zum Himmel tragen“: Bischof Bohdan an die Teilnehmer des Fortbildungskurses

3. November 2026

Am 3. November stand Bischof Bohdan Dzyurakh im Exerzitienhaus Schloss Fürstenried in München im Rahmen des Fortbildungskurses für die Geistlichen des Apostolischen Exarchats der Bischöflichen Göttlichen Liturgie vor. Mit ihm zelebrierten an diesem Tag die Priester des Norddekanats. In seiner geistlichen Ansprache an die Priester betrachtete der Bischof einen Abschnitt aus dem Ersten Brief des heiligen Apostels Paulus an die Thessalonicher (1 Thess 3,9–13) und sprach über die Dankbarkeit als Herzstück des priesterlichen Lebens.

„Niemand wird an eurer Stelle den Dank des Volkes Gottes zum Himmel tragen“: Bischof Bohdan an die Teilnehmer des Fortbildungskurses

Die Dankbarkeit des Apostels

Der Apostolische Exarch lenkte den Blick auf die ersten Worte der Lesung: Der Apostel Paulus fragt, welchen Dank er Gott abstatten könne für all die Freude, die ihm die Thessalonicher bereitet haben. Der Apostel ist von Dankbarkeit erfüllt, weil er sieht, wie die Kirche Christi wächst und wie das von ihm gesäte Samenkorn des Wortes Gottes aufkeimt und Frucht bringt. Die Gemeinden litten bereits unter Bedrängnis und Verfolgung, und Paulus sorgte sich sehr, ob die von ihm bekehrten Menschen im Glauben wanken würden. Als ihm jedoch ein Bote die Nachricht brachte, dass die Thessalonicher fest im Glauben stehen, erfüllte sich das Herz des Apostels mit Dank. Mit demselben Aufruf schließt er auch den ganzen Brief: „Dankt für alles; denn das ist der Wille Gottes für euch in Christus Jesus“ (1 Thess 5,18).

Die Haltung der Dankbarkeit, betonte Bischof Bohdan, ist ein Kennzeichen des geistlichen Menschen, der aus dem Glauben lebt, und steht im Zentrum des christlichen Lebens.

Die Eucharistie – die große Danksagung der Kirche

Der Herr Jesus selbst nahm beim Letzten Abendmahl das Brot und „sagte Dank“. Er erhob Worte der Dankbarkeit zum Himmel und machte die Eucharistie zum größten Geschenk für die Menschheit. Deshalb ist die Eucharistie das wichtigste Gebet der Kirche, und ihr zentraler Moment ist die Aufforderung an die ganze Gemeinschaft, dem Herrn zu danken. Der Bischof erinnerte an die Worte der Anaphora, in denen die Kirche Gott dafür dankt, dass Er uns aus dem Nichtsein ins Dasein geführt, uns nach dem Fall wieder aufgerichtet und uns Sein künftiges Reich geschenkt hat, für alle Seine Wohltaten, die offenbaren und die verborgenen. Das Wort des Dankes erklingt in der Liturgie immer wieder: nach der heiligen Kommunion ebenso wie im Gebet hinter dem Ambo. Doch den Gläubigen ist diese Haltung oft nicht bewusst, daher muss sie bewusst gepflegt werden.


Die wichtigste Aufgabe des Priesters

Dieses Wort erinnert nach den Worten des Bischofs daran, dass die wichtigste Aufgabe des Priesters darin besteht, die heiligste Eucharistie zu feiern.

„Menschen können karitativ tätig sein, sie können Katechese halten, aber niemand wird für euch die heilige Liturgie feiern. Niemand wird für euch und an eurer Stelle das Dankgebet des Volkes Gottes zum Himmel tragen, unseres vom Krieg ermüdeten, aber nicht entmutigten ukrainischen Volkes.“

Bischof Bohdan Dzyurakh

Bischof Bohdan erinnerte daran, wie Patriarch Josyf Slipyj im Lager einen Priester weihte und ihn am nächsten Tag fragte, ob er schon die Liturgie gefeiert habe. Auf die erstaunte Antwort „Wie kann ich denn im Lager zelebrieren?“ entgegnete der Patriarch: „Wozu habe ich dich dann zum Priester geweiht?“ Im Anschluss an diese Worte rief der Apostolische Exarch die Seelsorger zu einer ehrlichen Gewissenserforschung auf. Anders als in jener Zeit der Verfolgung seien sie nicht in Sibirien gefangen und sollten daher jede Gelegenheit suchen, die Göttliche Liturgie zu feiern. Dabei sollten sie dem Beispiel heiliger Priester folgen, die sie nie ohne triftigen Grund ausließen.

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