Pastoralbesuch von Bischof Bohdan in der ukrainischen Gemeinde in Lübeck
25. Juni 2026
Am 21. Juni schloss Bischof Bohdan seinen dreitägigen Pastoralbesuch in der ukrainischen Gemeinde in Lübeck mit der Göttlichen Liturgie ab. Dabei kamen die Kinder der Pfarrei zu ihrer ersten Beichte und empfingen die feierliche Heilige Kommunion.

Chronologie des Pastoralbesuchs
Der Aufenthalt von Bischof Bohdan in Lübeck dauerte drei Tage und umfasste eine Reihe pastoraler Begegnungen mit der ukrainischen Gemeinde: Der Bischof feierte eine Panachyda für die auf dem örtlichen Friedhof ruhenden Ukrainer, besuchte die ukrainische Samstagsschule, wo er sich mit Schülern und Lehrkräften austauschte, und traf sich mit Propst Christoph Giering, dem Vorsteher der katholischen Pfarrei der Lübecker Märtyrer. Zudem nahm er an der Feier zum 70-jährigen Bestehen der Pfarrgemeinde St. Vicelin teil und begegnete den Freiwilligen des Vereins „Lastiwky“ sowie der Pfadfinderjugend (Plast) von Lübeck, um ihnen für ihren Dienst an der Gemeinde zu danken.
Zum Abschluss des Besuchs fand am 21. Juni die Göttliche Liturgie statt, bei der die Kinder der Pfarrei zum ersten Mal das Sakrament der Beichte empfingen. Sie hatten sich in den vergangenen Monaten unter der Leitung der Katechetinnen Olha Fedkovych und Oksana Chornii darauf vorbereitet.
Erste Beichte und die Heilige Kommunion: Begegnung mit Jesus in den Heiligen Sakramenten
In seiner Predigt bezog sich Bischof Bohdan auf das Evangelium über die Begegnung des römischen Hauptmanns mit Jesus (Mt 8,5–13) sowie auf den Brief des Apostels Paulus an die Römer (Röm 6,18–23). Dabei zog er eine Parallele zwischen dem äußeren Ereignis der Heilung des Dieners des Hauptmanns und der inneren Heilung der Seele, die in den Heiligen Sakramenten stattfinde. Nachfolgend fassen wir die zentralen Gedanken seiner Predigt zusammen.
„Heute ist in unserer Gemeinde ein wahrhaft großes Fest: ein Fest der Gnade Gottes und der Liebe Gottes, die befreit, heilt und mit Leben erfüllt“, sagte der Bischof zu Beginn der Predigt.
Bischof Bohdan wies darauf hin, dass jeder Mensch, unabhängig von seinem Einfluss oder seinen Fähigkeiten, früher oder später mit Schwierigkeiten konfrontiert werde, die er nicht allein bewältigen könne.
„Selbst wenn wir die halbe Welt gewinnen könnten, aber unsere Seele zugrunde richten, werden all unsere Errungenschaften vergeblich sein. Selbst wenn wir Macht hätten, wird die Zeit kommen, in der unser eigener Körper uns nicht mehr gehorcht und uns ans Bett fesselt. Und selbst wenn wir die beste Versicherung hätten, kann auch sie uns nicht vor dem Tod retten“, betonte der Apostolische Exarch.
Laut Bischof Bohdan stellt im spirituellen Bereich die Sünde ein solches für menschliche Kräfte unüberwindbares Problem dar. Der Ausweg aus diesem Zustand werde genau durch das Beispiel des Hauptmanns aufgezeigt: „Der Hauptmann wendet sich nicht von dem Problem ab, er erkennt es und sucht nach Rettung. Er sucht dort, wo man diese Rettung wirklich finden kann: bei Gott. Wenn wir uns selbst oder unseren Mitmenschen helfen wollen, ist das Erste, was wir tun müssen, uns dem Herrn Jesus zu nähern“, sagte der Prediger.
Der Bischof dankte den Eltern und Paten der Kinder dafür, dass sie diese mit Glaube und Vertrauen zu Jesus geführt hatten, und sprach den Katechetinnen einen besonderen Dank aus: „Wir danken der Katechetin Oksana, die unsere Kinder mit Aufmerksamkeit und mütterlicher Sorge auf die Begegnung mit Jesus und den Empfang Seiner barmherzigen Liebe vorbereitet hat“, sagte der Bischof.
Er wandte sich direkt an die Kinder, die die Heilige Kommunion empfingen, und forderte sie auf, die erhaltene Gnade zu bewahren: „Nehmt euch heute vor, mit Jesus zu leben und Ihn durch keine Sünden zu betrüben, erhaltet in euch diese Reinheit und Heiligkeit durch gute Taten: vor allem durch das Gebet, den Gehorsam gegenüber euren Eltern, die Bereitschaft, euren Brüdern und Schwestern sowie Gleichaltrigen zu helfen“, sagte der Bischof.
Zudem ermutigte Bischof Bohdan die Kinder, sich nicht davor zu fürchten, zur Beichte zurückzukehren, falls sie erneut Fehler machen sollten: „Wenn es passiert, dass ihr wieder in Sünde fallt, zögert nicht, zu Jesus zu fliehen, und fürchtet euch nicht davor, zur heiligen Beichte zu gehen, denn in ihr heilt Jesus mit Seinem Wort eure Seelen und gibt euch Reinheit, Heiligkeit, Gnade und Freude zurück.“
Zum Abschluss seiner Predigt wandte sich Bischof Bohdan an die Eltern mit der Bitte, das spirituelle Wachstum der Kinder auch nach dem Fest zu unterstützen: „Das Wichtigste beginnt nicht vor, sondern nach der heutigen Feier. Wenn es zu Hause Gebet, die sonntägliche Liturgie, Vergebung, christliche Liebe und euer eigenes Beispiel für Beichte und Kommunion gibt, dann wird der heutige Tag zum Beginn einer großen Freundschaft des Kindes mit Jesus.“
Anschließend sprach der Bischof dem Seelsorger für die Ukrainer in Lübeck und Rostock, Pfr. Yurii Chornii, seinen Dank aus: „Ich danke Pfr. Yurii Chornii für seinen vorbildlichen Dienst und für die enorme Arbeit, die schon jetzt Früchte trägt und in Zukunft noch mehr geistliche Früchte tragen wird“, wandte sich Bischof Bohdan an den Priester.













