„Wir stehen an Ihrer Seite“: Ehrengäste gratulierten der ukrainischen Gemeinde zum 50-jährigen Jubiläum der Kathedrale

20. Oktober 2026

Am 17. Oktober 2026 wurden die Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Weihe der Kathedrale Maria Schutz und Hl. Apostel Andreas in München von herzlichen Grußworten der Ehrengäste begleitet. Es sprachen die Generalkonsuln der Ukraine, Frankreichs und Polens, ein Vertreter des Ordinariats der Erzdiözese München und Freising sowie die Rektorin der Ukrainischen Freien Universität. Durch alle Ansprachen zogen sich die Themen Hoffnung, Glaube, Solidarität mit der Ukraine und Dank an die Münchner Ukrainerinnen und Ukrainer für ein halbes Jahrhundert Zeugnis.

„Wir stehen an Ihrer Seite“: Ehrengäste gratulierten der ukrainischen Gemeinde zum 50-jährigen Jubiläum der Kathedrale

Ukraine: „Diese Ukraine beginnt mit dem Geist und dem Glauben“

Der Generalkonsul der Ukraine in München, Jurij Nykytjuk, nannte es ein wahres Glück, Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Er erinnerte an seine diplomatische Tätigkeit in Kanada und betonte die Rolle der Diaspora in den Zeiten, als die Ukrainer keinen eigenen Staat hatten: „Die Ukrainer haben hier diese Ukraine geschaffen. Und sie beginnt mit dem Geist, sie beginnt mit dem Glauben. Genau das ist auch hier geschehen.“

Der Konsul unterstrich, dass die Gemeinde an der Kathedrale bis heute ein Ort ist, an dem Ukrainer einander begegnen und unterstützen können und sollen.

Frankreich: „Nicht irgendein Frieden, sondern ein vollkommen gerechter“


Der Generalkonsul Frankreichs in München, Alexandre Vulic, erzählte, dass er an diesem Morgen einige ukrainische Wörter gelernt habe: „Wira, Nadija, Spodiwannja – Glaube, Hoffnung, Zuversicht. Ich betone diese drei Wörter, weil ich in ihnen den Kern der Kraft des ukrainischen Volkes sehe.“ Der Diplomat äußerte die Hoffnung, dass so bald wie möglich „nicht irgendein Frieden, sondern ein vollkommen gerechter Frieden“ einkehrt. Er erinnerte auch an die gemeinsame Geschichte beider Völker, die mit Bayern verbunden ist. Dazu gehört die selige Edigna, eine Tochter des französischen Königs Heinrich I. und der Kyjiwer Fürstin Anna Jaroslawna: „Das ist eine wunderbare Geschichte und ein Vorbild für unsere beiden Völker.“ Zum Abschluss versicherte der Konsul: „Alles in der französischen Seele lehnt Aggression, Krieg und Besatzung ab. Die Ukrainer können immer auf die volle Unterstützung des französischen Volkes zählen.“

Polen: „Mit der Hilfe des Allerhöchsten werden wir siegen“

Der Generalkonsul der Republik Polen in München, Rafał Wolski, sprach die Gemeinde auf Ukrainisch an. Er griff den Gedanken seines französischen Kollegen auf: „Dieser Kampf wird nicht nur, wie mein lieber Kollege Alexandre sagte, mit einem gerechten Frieden enden, sondern mit einem Frieden, der der Ukraine alles zurückgibt, was sie durch diese Aggression verlieren musste.“

Der Konsul betonte, dass die Polen, wie die Ukrainer, den Aggressor gut kennen und wissen, wozu er fähig ist. Doch „mit der Hilfe des Allerhöchsten werden wir siegen“. Er dankte den Münchner Ukrainern für ein halbes Jahrhundert Zeugnis: „Diese Wahrheit haben Sie 50 Jahre lang über die Mauern dieser Kathedrale hinausgetragen, in Ihre Gemeinde, zu Ihren deutschen und anderen Nachbarn, Freunden und Kollegen.“

Erzdiözese München und Freising: „Lebendig ist Deutschland nur in Vielfalt“

Dr. Florian Schuppe, Vertreter des Ordinariats der Erzdiözese München und Freising, sprach über seine persönliche Verbindung zur Ukraine. Eine Reise im Jahr 1995 habe, wie er sagte, „mein ganzes Leben geprägt“. Er griff die Worte von Bischof Bohdan über die Kathedrale als Ort der Hoffnung auf und betonte: „Wir dürfen uns unter den Schutz der Gottesmutter stellen. Und wann, wenn nicht in dieser für viele von Ihnen so schweren Zeit, brauchen wir diesen Schutz? Diesen Schmerz teilen wir.“

Dr. Schuppe dankte der Gemeinde und Pfarrer Wolodymyr Wijtowytsch für ihren Dienst an den Geflüchteten: „Was Sie in den letzten Jahren für diese Stadt geleistet haben, ist wirklich eine enorme Arbeit.“ Er nannte die ukrainische Gemeinde ein Zeichen der Hoffnung für das ganze Land: „Lebendig kann Bayern, lebendig kann München und lebendig kann Deutschland nur in Vielfalt sein.“ Abschließend versicherte er: „Wir stehen an Ihrer Seite und sind Ihnen von Herzen dankbar.“

Ukrainische Freie Universität: „Die Kirche war immer ein Ort der Sicherheit“

Die Rektorin der Ukrainischen Freien Universität, Prof. Larysa Didkowska, begann ihre Ansprache mit den Grüßen „Gelobt sei Jesus Christus!“ und „Ruhm der Ukraine!“. Sie hob die Symbolik der Kirche Maria Schutz hervor: „Das war immer ein Ort des Schutzes, ein Ort der Sicherheit. Hier können Menschen ihr Leben, ihre Seele und ihre nationale Identität bewahren.“


Nach ihren Worten hilft die Kirche den Ukrainern in der Emigration, Gleichgesinnte zu finden und sich in die neue Umgebung zu integrieren. Diese Aufgabe teilt mit der Kirche auch die UFU, die seit über 105 Jahren im Exil wirkt. Die Rektorin dankte der Stadt München und ihren Verantwortlichen für die Gastfreundschaft. Sie schloss mit dem Wunsch: „Fünfzig ist das Alter der Reife. Mögen wir uns alle zur Feier des 100-jährigen Jubiläums wiedersehen!“

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