„Unter dem Schutz der Gottesmutter“ – München feiert 50 Jahre Kathedrale

19. Oktober 2026

Am 17. Oktober 2026 fanden in der Kathedrale Maria Schutz und Hl. Apostel Andreas in München die zentralen Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Weihe der Kirche statt. Der bischöflichen Göttlichen Liturgie stand Seine Exzellenz Bischof Bohdan Dzyurakh vor, Apostolischer Exarch für die Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und Skandinavien.

„Unter dem Schutz der Gottesmutter“ – München feiert 50 Jahre Kathedrale

Ehrengäste und gemeinsames Gebet

An der Feier nahmen teil: der Generalkonsul der Ukraine in München Jurij Nykytjuk, der Generalkonsul Frankreichs Alexandre Vulic, der Generalkonsul Polens Rafał Wolski, als Vertreter des Münchner Stadtrats H. Kriesel, als Vertreter des Erzbischöflichen Ordinariats München Pfarrer Dr. Stefan Kappler und Dr. Florian Schuppe sowie Vertreter der Stiftungen „Kirche in Not“ und „Renovabis“. Gemeinsam mit der griechisch-katholischen Gemeinde beteten orthodoxe Brüder und Schwestern unter der Leitung von Pfarrer Wiktor Mandsjuk. Außerdem waren Seelsorger und Gläubige aus anderen Gemeinden in Deutschland dabei, die Schwestern Dienerinnen der Unbefleckten Jungfrau Maria sowie Vertreter ukrainischer gesellschaftlicher, wissenschaftlicher und Jugendorganisationen.

Ein halbes Jahrhundert unerschütterlicher Hoffnung

In seiner Ansprache erinnerte Bischof Bohdan an die Geschichte der Kirche. Das Baugelände wurde am 7. November 1974 gesegnet, der Grundstein am 26. Oktober 1975 geweiht. Am 17. Oktober 1976 weihte der erste Exarch, Seine Exzellenz Bischof Platon Kornyljak, die Kirche. Die Widmung an Maria Schutz und den heiligen Apostel Andreas den Erstberufenen sollte die Verbindung mit der Heimat und mit Kyjiw unterstreichen. „Ein halbes Jahrhundert ist vergangen, und diese Kathedrale in München bleibt weiterhin ein Zeugnis der ‚unerschütterlichen Hoffnung’ des gläubigen ukrainischen Volkes“, betonte der Bischof.

Er gedachte aller, die am Bau dieser Kirche beteiligt waren und die ukrainische Gemeinde in den 50 Jahren unterstützt haben, und sprach ihnen tiefen Dank aus: „Ihnen allen, liebe Freunde, Wohltäter und Spender, möchten wir heute unser herzliches ukrainisches ‚Spasybi’ und ein nicht weniger herzliches bayerisches ‚Vergelt’s Gott!’ sagen. Unseren menschlichen Dank ergänzen wir durch das Gebet vor dem Thron des Allerhöchsten für Sie alle. Unsere Kirche zählt Sie zu den ‚edlen und immerwährend gedenkwürdigen Stiftern und Wohltätern dieses heiligen Gotteshauses’ (Liturgie des hl. Johannes Chrysostomos) und betet täglich für Sie zum Herrn.“


Der Apostolische Exarch erklärte, dass das Wort „Sobor“ im Ukrainischen „Versammlung“ und „Einheit“ bedeutet. Genau ein solcher Ort der Begegnung ist die Kathedrale: „Denn obwohl wir über die ganze Welt verstreut sind, sind wir nicht getrennt. Wir halten weiterhin eine enge Verbindung mit der Heimat, wir sind miteinander verbunden in den Ländern unserer neuen Ansiedlung, wir pflegen unsere Muttersprache, unsere Kultur und unsere Traditionen. Man kann sagen, dass hier in München das Herz des ukrainischen Volkes besonders deutlich schlägt. Was uns aber am meisten verbindet, ist vor allem unser gemeinsamer heiliger christlicher Glaube unserer Vorfahren“, sagte der Bischof.

Ein Zentrum der Unterstützung für die Ukraine

Bischof Bohdan hob hervor, dass die Kathedrale seit Beginn des Krieges im Jahr 2014 und besonders seit der großangelegten Invasion zu einem Zentrum der Hilfe für die Ukraine geworden ist. Von hier aus schickten Freiwillige Hilfsgüter in die Ukraine. „Diese Kathedrale ist seit den ersten Tagen des Krieges 2014, besonders seit der großangelegten Invasion, bis heute ein Zentrum der Unterstützung für unsere leidenden Brüder und Schwestern in der Ukraine. Ich denke, wir alle haben noch die Ströme von Freiwilligen und Spendern vor Augen, die aus allen Ecken Münchens und der Umgebung hierherkamen. Von hier aus schickten sie humanitäre Hilfsgüter in die Ukraine und mit ihnen das Licht der Hoffnung und die Zusicherung unseres Gebets. Dieser Strom barmherziger und solidarischer Liebe hat bis heute nicht aufgehört. Morgen werden wir im Hof unserer Kirche wieder zwei Fahrzeuge für unsere Verteidiger und Militärseelsorger in der Ukraine segnen“, sagte der Bischof.

Als Zeichen der Hoffnung nannte der Prediger den Klerus, die Ordensleute und die Gläubigen sowie die Seminaristen Oleksij und Serhij, die ihr Studium in Eichstätt begonnen haben. Er nannte auch die gesellschaftlichen Organisationen, den Ukrainischen Jugendverband SUM und PLAST, die Ukrainische Freie Universität und die Samstagsschulen, wobei allein eine Münchner Schule von rund 450 Kindern besucht wird. Ebenso erwähnte er die Diplomaten und die Verteidiger der Ukraine, die sich zur Behandlung in Deutschland aufhalten. „Ich kann nicht alle beim Namen nennen – Personen, Gemeinschaften und Organisationen – , denn Sie sind so viele, und auch darin liegt eine Quelle unserer gemeinsamen großen Hoffnung. Ein Zeichen großer Hoffnung ist für mich auch unsere heutige Gebetsversammlung, in der wir ‚mit einem Munde und einem Herzen’ den Auferstandenen Christus preisen, die einzige und letzte Quelle unserer Kraft und unserer Hoffnung“, sagte der Bischof.

Auf die nächsten 50 Jahre

Zum Abschluss seiner Ansprache wünschte Bischof Bohdan, dass die Kathedrale, deren Architektur an ein Schiff erinnert, auch weiterhin ein „Anker unerschütterlicher Hoffnung für alle bleibt, die sie sehen und hierherkommen“. „Möge unsere kirchliche und ukrainische Gemeinschaft für alle Menschen, unter denen wir leben, ein Zeichen und Bote der unerschütterlichen Hoffnung sein, die uns belebt, stärkt und voranführt“, wünschte der Bischof.

Dank an die deutschen Freunde

Nach dem gemeinsamen Gebet dankte der Apostolische Exarch besonders der Erzdiözese München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, der Bayerischen Staatsregierung und der Stadt München sowie allen Spendern und Wohltätern, die das Exarchat von Anfang an unterstützen.


An die Gäste gewandt betonte Bischof Bohdan: „Ich freue mich sehr, dass wir diese wunderbare und brüderliche Zusammenarbeit fortsetzen können. Ich sage nicht ‚entwickeln’, sondern ‚fortsetzen’, denn unsere gegenseitige Unterstützung besteht schon seit diesen 50 Jahren und sogar länger.“ Der Bischof erinnerte auch daran, wie er am 25. Februar 2022 gemeinsam mit Monsignore Böck eine Sondersitzung abhielt. Dort ging es darum, gemeinsam für die Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge in München und ihre seelsorgliche Begleitung zu sorgen.

Über seine Begegnungen mit Freiwilligen erzählte der Bischof von Worten, die ihn tief berührt hatten: „Das ist unser einziger Weg, den wir jetzt gehen müssen, und wir werden ihn weitergehen, mit Gottes Hilfe und mit einem Gebet im Herzen.“ Anschließend sagte Bischof Bohdan: „Heute sind wir besonders mit unserem Volk in der Heimat verbunden. Es verteidigt mit großer Würde, aber auch unter großen Opfern unsere gemeinsame Freiheit, unsere Würde und unsere Zukunft.“

Zum Schluss dankte Bischof Bohdan noch einmal allen: „Deshalb blicken wir zuversichtlich in die Zukunft. Wir beten und danken für Ihre Unterstützung.“

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