„Wo das Licht bleibt“: In Island wurde eine Ausstellung ukrainischer Ikonen eröffnet

19. Oktober 2026

In Island wurde die Ausstellung „Wo das Licht bleibt“ eröffnet. Sie zeigt Ikonen aus der Sammlung des Nationalen Kunstmuseums der Ukraine in Kyjiw. Diese seltenen und unschätzbaren Werke sakraler Kunst sind zum ersten Mal außerhalb der Ukraine zu sehen. Möglich wurde dies durch die Zusammenarbeit des Nationalen Kunstmuseums der Ukraine mit der Nationalgalerie Islands und dem Nationalmuseum Islands. Die Ausstellung läuft ein Jahr lang, bis zum 17. Oktober 2027.

„Wo das Licht bleibt“: In Island wurde eine Ausstellung ukrainischer Ikonen eröffnet

Heiligtümer, die Jahrhunderte überdauert haben

Die ausgestellten Ikonen stammen aus verschiedenen Regionen der Ukraine und umfassen den Zeitraum vom Ende des 12. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Vor diesen Bildern beteten Generationen unserer Väter und Mütter im Glauben, und Kinder wuchsen in der Liebe zu Gott und zur Ukraine auf. Heute will der russische Aggressor nicht nur das ukrainische Volk vernichten, sondern auch seine Kunst und sein kulturelles Erbe. Deshalb hat die Präsenz dieser Heiligtümer in der Welt eine besondere Bedeutung.

Eröffnung mit der isländischen Außenministerin

An der feierlichen Eröffnung nahmen die isländische Außenministerin Þorgerður Katrín Gunnarsdóttir sowie Isländerinnen und Isländer und die in Island lebende ukrainische Gemeinschaft teil. Die ukrainische Gemeinschaft beteiligte sich aktiv an der Veranstaltung, und vor den ausgestellten Heiligtümern wurde gemeinsam gebetet.

Für die Anwesenden wurde der Ausstellungsraum zu einem besonderen Ort des Gebets. Dort sind der Geist des Volkes, die Freiheit, der Glaube an den Sieg und die Liebe Gottes spürbar.

Licht als Symbol der Hoffnung

Die Ikone ist ein sakrales Werk, das die Bilder des christlichen Weltbildes wiedergibt. Die Ikonenmaler stellten das göttliche, immaterielle Licht durch goldene und silberne Hintergründe dar. Dazu kamen leuchtende Nimben, helle Lichtreflexe auf den Gewandfalten und goldene Höhungen (Assist) auf der Kleidung. Genau diese Idee des Lichts bildet die Grundlage des Ausstellungskonzepts.

„Selbst in den dunkelsten Zeiten der Ukraine bleibt das Licht ein Symbol der Hoffnung und des Sieges des Lebens über den Tod“, sagt die Kuratorin, die promovierte Kunsthistorikerin Oleksandra Schewljuha (Nationales Kunstmuseum der Ukraine).

Dank an die Organisatoren

Die ukrainische Gemeinschaft dankt allen von Herzen, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben. Ihr Dank gilt besonders den Mitarbeiterinnen des Nationalen Kunstmuseums der Ukraine Julija Lytwynez, Natalija Tschamlaj, Oleksandra Schewljuha und Maryna Drobotjuk. Er gilt ebenso den Mitarbeitenden der Nationalgalerie Islands und des Nationalmuseums Islands. Diese Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis zwischen befreundeten Völkern haben einen Raum geschaffen, in dem ukrainische sakrale Kunst während des Krieges in Island präsent sein kann.

Hintergrund

Die Kunst der Ikonenmalerei wurde mit der Annahme des Christentums aus Byzanz im Jahr 988 Teil der ukrainischen Kultur. Kyjiw, die Hauptstadt der mittelalterlichen Rus, war eine große europäische Stadt und ein führendes politisches, religiöses und künstlerisches Zentrum. Im 11. bis 13. Jahrhundert entstanden hier prächtige Kathedralen und Klöster, geschmückt mit Fresken, Mosaiken und Ikonen. Dazu gehören die Sophienkathedrale (1037), die Mariä-Entschlafens-Kathedrale des Kyjiwer Höhlenklosters (1073–1089), die Michaelskathedrale mit den goldenen Kuppeln (1108–1113) und weitere. Im Lauf der Zeit wurde die ukrainische Kunst durch romanische, gotische und Renaissance-Einflüsse bereichert. Am nächsten stand der ukrainischen Kultur jedoch der Barock mit seinen realistischen Formen, seiner farbenfrohen Ornamentik und seiner erhabenen geistlichen Stimmung. Aus diesen verschiedenen Einflüssen entwickelte die ukrainische Kunst eine eigenständige künstlerische Sprache und eine ausdrucksstarke nationale Bildwelt.

Die Ausstellung „Wo das Licht bleibt“ läuft vom 17. Oktober 2026 bis zum 17. Oktober 2027.

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